Kritische Controller

Arno Görgen; Eugen Pfister

Ein Monument der Freundschaft

Eugen und Arno sprechen über gemeinsames Schreiben, Krimi-Serien und verrückte Wissenschaft

01.04.2025 88 min

Zusammenfassung & Show Notes

Eugen und Arno schreiben beide mehr und weniger gerne, auf jeden Fall aber viel und regelmäßig. Eben sind zum Beispiel zwei kurze Essays von ihnen in der neuesten GEE erschienen. Eugen und Arno schreiben auch an einem gemeinsamen Buch und das schon etwas länger. Warum es gerade jetzt über drei Jahre nach dem abgeschlossenen Horror-Games-Projekt weitergeht, erzählen die beiden diesmal im “Hardwork” der Episode. Außerdem berichten sie von einer anstehenden Performance für die HKB und einem Vortrag zu Mad Science in Luxemburg. In “Softwork” berichtet Arno von seiner Jury-Tätigkeit für den Seraph-Preis für Fantasy Literatur 2025 und von der kanadischen Comedy Serie “Letterkenny”. Außerdem hat Arno “Arise” gespielt. Eugen berichtet, warum ihm Charles Dickens Our Mutual Friend gerade so gut gefallen hat. Für die Forschung hat er Paul Ceruzzis kurze Geschichte des Computers gelesen und liest gerade Ernest Mandels marxistische Sozialgeschichte der Kriminalliteratur. Gut zu wissen, wenn man “Columbo” und andere Krimiserien analysiert. In der “Antragserotik” geht es schließlich nochmal um Bücher, denn scheinbar reicht Arno und Eugen nicht ein Buch und sie überlegen, ein kurzes Büchlein zu Mad Science in der Populärkultur zu schreiben.

Links und weiterführende Literatur

Spiele:

  • Arise: A simple Story (Piccolo Studio, Windows u.a.  2019)
  • One Night Stand (Kinmoku, Windows u.a. 2016)

Filme & Serien
  • Columbo (US 1968-2003)
  • High Potential (US 2024)
  • Letterkenny (CA 2016-2023)
  • Poker Face (US 2023)

Bücher
  • Paul Ceruzzi, Computer. Eine kurze Geschichte.
  • Ernest Mandel, Delightful Murder. A social history of the crime story
  • Markus Metz & Georg Seesslen: Wir Untote!


Links


Transkript

Eugen
00:00:37
Eugen: Hallo, Arno.
Arno
00:00:38
Arno: Hallo, Eugen.
Eugen
00:00:40
Eugen: Die Stimme. Wunderschön. Ich kann noch so viel von dir lernen. Hallo, Arno.
Arno
00:00:49
Arno: Kann ich noch tiefer...
Eugen
00:00:53
Eugen: Eine Podcastfolge. Einfach nur mal mit einer Metaller-Stimme aufnehmen. Oder mit zwei? Ja, das machen wir dann vielleicht bei Folge 50..
Arno
00:01:02
Arno: Ich dachte eher an Barry White.
Eugen
00:01:05
Eugen: Barry White ist eine ganz, ganz sanfte. Ah ja, Okay.
Arno
00:01:09
Arno: Dieser Soulsänger, glaube ich. Ist er.
Eugen
00:01:14
Eugen: Gut, gut, gut. Das ist. Nehmen wir dann Folge 50 und Folge 100 sind jetzt vorprogrammiert.
Arno
00:01:20
Arno: Man hat mir gesagt, ich habe mehr Autorität, wenn ich tief spreche.
Eugen
00:01:25
Eugen: Ja, das ist gut. Das wäre auch so ein Thema. Genau das habe ich auch öfter gelesen. Allerdings immer nur in so populärwissenschaftlichen Texten, glaube ich. Gut, werfen wir uns ins Thema. Also willkommen zur neunten Folge unseres Podcasts Kritische Kontrolle. Wie immer werden wir es innerlich aufteilen in harte Arbeit am Anfang, weiche Arbeit in der Mitte und Antragserotik am Ende. Da sprichst du dann noch einmal ein. Ich bin schon sehr gespannt, was. Was unsere Lieder sein werden diesmal. Ich meine, ich bin noch immer zwiegespalten, dass du a la Language Models für unsere Musik verwendest, aber es ist schon sehr, sehr lustig. Und ich muss sagen, dass es einer der sinnvolleren Einsatz von dieser Technik.
Arno
00:02:17
Arno: Ich will da eigentlich auch unbedingt von weg, aber solange wir eben keine keine Intro Musik haben. Ja, irgendwas hätte ich da gern. Und fürs selber machen bin ich zu einseitig, glaube ich.
Eugen
00:02:31
Eugen: Ich bin dann auch hängengeblieben. Wir hatten ja eigentlich schon Kontakte. Das ist eine gute Erinnerung an uns, das zu machen, damit wir endlich die die Automaten und Roboter arbeitslos machen, bis die dann auf die Straße gehen und rebellieren.
Arno
00:02:42
Arno: Und die Milliardäre enteignen.
Eugen
00:02:45
Eugen: Genau. Jetzt weißt du was. Wir könnten auch eine Tradition draus machen. Wir fangen an mit Eigenwerbung. Es ist. Ich sehe es hinter dir. Leider unsere Zuhörerinnen Hörerinnen nicht ist ein neues Magazin erschienen, sondern das ist das ein älteres, das hinter dir ist. Da ist das Neue. Unsere Zuseher sehen es noch immer nicht. Der Arno hält es gerade in die Kamera. Wie heißt dieses wunderschöne Magazin auf diesem wunderschönen Papier?
Arno
00:03:08
Arno: Ja, das ist ein wunderbares, auch schon seit Ewigkeiten, aber mit längerer Pause dazwischen erscheinendes. Ja, man kann sagen Games Kultur Magazin, oder?
Eugen
00:03:19
Eugen: Ja, auf jeden Fall. Also ich finde es ja schon und das ist ich habe es, was auch ein gutes Zeichen ist. Ich habe es lange gekauft, bevor ich drinnen geschrieben habe. Ja, also ich habe mich wirklich sehr gefreut, dass ich dieses Mal auch angefragt wurde vom Jörg Luibl Loibl. Ich habe ihn jemals gefragt, wie sich der Nachname ausspricht. Bitte rausschneiden, Nano.
Arno
00:03:42
Arno: Ich weiß, wie man es ausspricht und werde es jetzt nicht sagen.
Eugen
00:03:45
Eugen: Okay? Ja, lass mich dumm sterben. Danke sehr. Jedenfalls, ich hab mich irrsinnig gefreut, als ich angefragt wurde. Du bist ja schon irgendwie ein Recurring offer, oder in Wie oft bist du da schon drinnen gewesen?
Arno
00:03:58
Arno: Ja, ich glaube, in den neuen Ausgaben, von denen es, glaube ich, vier oder fünf gibt, war ich in allen außer einer drin.
Eugen
00:04:06
Eugen: Okay, das hätte ich jetzt auch so gesagt. Ja, jedenfalls sehr schön. Hat großen Spaß gemacht. In diesem Drinnen sind wir und aus dem Ludens Team sogar drei vertreten, nämlich Arno Görgen, Aurelia Brandenburg und Eugen Pfister. Mit zwei Artikeln, die wir in Teams geschrieben haben. Ein erstes zum heißen Eisen Historische Authentizität. Siehe auch unsere Hörer. Auch unseren letzten Podcast, worüber Aurelie und ich einen kurzen Essay geschrieben haben und dann ganz, ganz ausführlich Arno und ich zu Techblogs und digitalen Spielen. Das wäre wiederum ein Verweis auf den Podcast Nummer sieben, glaube ich.
Arno
00:04:47
Arno: Ja, hat auch Spaß gemacht der Text.
Eugen
00:04:50
Eugen: Oh, das war nett. Die haben extremen Spaß gemacht, diese Texte. Also ich muss sagen, das sind die Texte, die mir am meisten Freude machen, Die gehen schnell. Es ist trotzdem kein Runternudeln, sondern es ist. Ich finde es durchaus herausfordernd, da noch mal die richtigen Worte zu finden. Und ich mag das auch irrsinnig, das gemeinsam zu schreiben, weil dann teilweise Lieblingssätze rausgestrichen werden. Aber am Ende ist immer das bessere Resultat da.
Arno
00:05:13
Arno: Ja, was ich so schön finde ist, dass man noch mehr eine inhaltliche Freiheit hat, auch mal Gedanken zu setzen, die vielleicht, die eben in einem Essay funktionieren, aber vielleicht nicht in einem wissenschaftlichen Artikel.
Eugen
00:05:28
Eugen: Ja, man kann persönliche Meinung reingeben, es ist erlaubt.
Arno
00:05:32
Arno: Ja, ich kann gleich kritisch anmerken. Ich wollte nämlich an der Stelle noch ganz viele weitere Autorinnen nennen, wie zum Beispiel die Nora Beyer. Aber im Inhaltsverzeichnis werden die nicht genannt. Und ich bin jetzt ehrlich gesagt zu faul. Hier die Artikel.
Eugen
00:05:48
Eugen: Können wir aber hinweisen, das ist, glaube ich, der Artikel zu Indiana Jones drinnen. Ja, der ist mir nämlich auch gleich aufgefallen. Und beim Rest muss ich auch noch mal lesen. Übrigens lustig ist die lustige Beobachtung, weil ich habe mir dann den Moment genutzt und habe mir alle meine alten Game Magazine das ist leider nicht mehr gibt und meine alten was.de Magazine das ist leider auch nicht mehr gibt herausgeholt und bin mal durchgegangen, welche Kolleginnen da alle drinnen sind und bin wild mit Post. Jetzt habe ich alles markiert, auch ein bisschen vor dem Hintergedanken, dass ich überlegt habe, was man noch eigentlich, wenn so Magazine aufhören zu existieren, Ob man dann nicht auf dem Blog noch etwas zweitverwerten könnte in dem Sinne, dass es auch wieder sichtbarer wird, weil da sind wirklich tolle Texte drin. Also erstmal große Werbung, kauft noch die geilen Magazine, die es gibt und lest den Arno, Du warst ja da eigentlich dann am Ende Kern Redaktionsmitglied, habe ich das Gefühl.
Arno
00:06:39
Arno: Ja, kann man sagen und kauft es vor allem, damit endlich die Garage von Michael Heißner leer wird.
Eugen
00:06:49
Eugen: Ja, ich habe gemerkt, ein paar Social Media Accounts und plötzlich gestern wieder aktiv geworden, weil ich glaube, das letzte Magazin gerade zum Verkauf steht.
Arno
00:06:57
Arno: Gut.
Eugen
00:06:58
Eugen: Jetzt haben wir, haben wir genug Werbung gemacht. Was steht sonst noch groß an? Ich kann kurz darauf hinweisen Unser CH Ludens Großprojekt hat die Mitte erreicht. Das heißt, es steht ein wissenschaftlicher Zwischenbericht an, den ich diese Woche schreiben werde. Wenn er halbwegs lesbar ist, dachte ich mir, Könnte man dann auch gleich auf unserem Blog publik machen, weil es vielleicht interessant ist für andere Leute, wie sowas aussieht. Diese total unterschätzte Prosaform des wissenschaftlichen Berichtes.
Arno
00:07:27
Arno: Gibt es nicht. Es gibt nichts Schöneres in der Welt.
Eugen
00:07:30
Eugen: Ich finde es macht. Also man kann sich schon ein bisschen ein bisschen austoben. Ich finde, man kann das ruhig ein bisschen schöner schreiben, immerhin. Immerhin müssen wir jetzt zumindest ein paar Leute lesen, die dann die, die das Ganze dann prüfen. Genau das steht an Nächste Woche kann man Arno, Adrian, Aurelio und mich in Bern live erleben. Beim Forschungsapero der HKB im ich glaube Schlachthaus Theater.
Arno
00:07:58
Arno: Nächste Woche heisst 19..
Eugen
00:08:02
Eugen: Ah ja, genau. Es macht total Sinn in einer nicht Live Podcast einfach von nichts.
Arno
00:08:06
Arno: Vermutlich diese Woche.
Eugen
00:08:08
Eugen: Also es macht überhaupt keinen Sinn. Ihr werdet es alle erst viel, viel später hören. Aber am 19. März waren wir live. Wir verweisen vielleicht noch auf Blue Sky und Mastodon drauf. Ja gut, also so viel zu uns. Und was was sonst noch geschah gerade an harte Arbeit. Und da finde ich, hätte ich das Stichwort gemeinsam schreiben nutzen sollen. Arno und ich schreiben das Buch. Das eine, das Buch. Welches Buch ist das denn?
Arno
00:08:36
Arno: Arno Das Buch, Sie zu knechten? Ja, Wie die meisten wahrscheinlich wissen, haben Eugen und ich. Ja, Also, du und ich. Ja. Über Wie viel? Dreieinhalb Jahre, kann man sagen. Am Horror Game kann man nicht sagen.
Eugen
00:08:52
Eugen: Das war so, sorry.
Arno
00:08:55
Arno: Haben wir im Horror Game Politics Projekt überlegt, welche politischen Mythen, welche politische Kommunikation, welche Diskurse in digitalen Horrorspielen stattfinden. Und seit dieses Projekt zu Ende ist, schreiben wir. Das heißt meistens Eugen, aber zunehmend auch ich, an dieser Monografie. Wobei man sagen muss, dass das Grundgerüst im Prinzip die Fallstudien sind, die wir in dem Projekt durchgeführt haben, und ein paar theoretische Texte, die wir nebenbei damals schon geschrieben haben. Und wir versuchen, das Ganze gerade in ein konsistentes, ja heilsames Ganzes zu gießen.
Eugen
00:09:39
Eugen: Sehr, sehr gut geklungen. Ich dachte, wir nutzen auch den Moment, um ein bisschen darauf hinzuweisen Was können da Herausforderungen sein von solchen Sachen und ein bisschen auch Eigenkritik zu üben, weil wir publizieren ja eigentlich wie blöd. Und wir schreiben beide, glaube ich, sehr gerne und auch vergleichsweise viel, ohne dass es Ich weiß, ich habe dich eigentlich nie so gefragt. Ich meine. Vielleicht fangen wir auch damit an? Arno, wie geht es dir beim Schreiben, wenn du ein Paper schreiben musst? Wie geht es dir dabei? Ist das schwierig anzufangen? Liebst du die Arbeit? Genießt du es? Ist es einfach eine einfach nur Robotten? Wie fühlt es sich für dich an?
Arno
00:10:19
Arno: Ja, das kommt ein bisschen darauf an, mit wem ich schreibe. Mit dir fließt es natürlich so nur so dahin. Manchmal ist es aber auch eine Qual. Und es hängt natürlich vom Thema ab. Wie sehr mag ich das Thema? Und ja, also es kommen ganz viele, ich sag mal Kontexte dazu, die das Ganze schwierig machen können. Aber grundsätzlich ist es so, dass Ich vor allem die Recherchephase für solche Artikel oder Bücher oder was auch immer und so diese ersten 3/4 des Schreibens eigentlich immer sehr genieße und sehr viel Spaß habe. Und wenn es dann aber drauf geht, das Ende zu schreiben und das Ganze zu überarbeiten und noch mal besser zu machen und noch mal besser zu machen und noch mal über den Text zu gehen und dann noch mal zu überlegen okay, welche 15 Kapitel schmeiße ich aus dem 15 Seiten Text, der es eigentlich sein soll, raus? Solche Sachen. Das hasse ich wie die Pest. Das ist echt schrecklich.
Eugen
00:11:22
Eugen: Das ist so cool. Wir arbeiten jetzt seit 2018 auf jeden Fall. Eigentlich schon früher. Über die über unsere gemeinsame Blogreihe. Also wir schreiben schon lange gemeinsam Texte und wir haben nie beredet, weil ich finde, ich, ich mag die erste Zeile gar nicht so sehr, muss ich sagen, Das müssen wir uns noch viel besser aufteilen. Also es ist sehr wichtig, nicht nur die. Also es ist ein ganz zentraler Punkt, aber den genieße ich am allerwenigsten beim Texteschreiben, was ich dann mag und ich glaube auch das Anfangen ist nicht so meines. Ich mag dann dieses Drübergehen und das dann Feinschleifen und in Form bringen. Und wenn es dann am Ende, also am Anfang ist es so, dieses hässliche, klobige Ding mit was nehmen wir für ein Auto ist eine blöde Metapher. Nehmen wir an, eine Maschine, wo halt alle wichtigen Dinge dran sind und alle Dinge. Und ich mag es dann wirklich, nachher das Design draus zu machen, dass es ein wunderschöner Weiß nicht. 50er Jahre Chevrolet wird mit den den Chardins am Ende und so etwas wo? Wo ich dann am Ende wirklich wirklich zufrieden bin. Aber dann, dann teilen wir uns das besser auf. Du machst den Anfang, ich mache das Ende.
Arno
00:12:34
Arno: Ja, da muss ich ja auch was machen.
Eugen
00:12:38
Eugen: Nein, aber wir können vielleicht das ein bisschen im Hinterkopf behalten, weil ich habe. Mich nämlich gefragt. Wir schreiben viel und oft und auch so beflissentlich, um mal dieses Adjektiv wieder ein bisschen zu beleben. Gibt es das überhaupt? Geflissentlich geflissentlich Bilde ich mir das ein?
Arno
00:12:57
Arno: Geflissentlich.
Eugen
00:12:59
Eugen: Ja, wir googeln es nachher. Aber jedenfalls warum hat dann dieses Buch so lange gebraucht? Weil noch dazu, wie du ja gesagt hast, es ist so viel schon da. Also zur Erklärung noch mal unser letztes Projekt Horrorgamepolitics. Man kann den Blog noch sehr gut nachlesen, indem wir in 22 Fallstudien uns politische Mythen in digitalen Horrorspielen angeschaut haben, war auch die Frage Was machen wir am Ende? Also ich glaube, im Antrag steht drinnen, es gibt eine Monografie, die wird auch kommen. Dann war kurz die Idee eigentlich Was machen wir? Nehmen wir die Fallstudien, die wir schon haben, oder machen wir nur eine Synthese? Und dann war das Geld weg. Das Geld war nicht weg, aber das Projekt war zu Ende und dann hat man nicht mehr so viel Freiheiten oder nicht mehr so viel Arbeitszeit, nämlich quasi null Arbeitszeit, bezahlt von einem Projekt und möchte es aber trotzdem machen. Also wir mussten dann reduzieren, dann dachten wir naja, ich weiß nicht wie viel, aber die Fallstudien zusammen sind allein 400 Seiten, die sollten ja auch publiziert werden. Dann machen wir halt. Vorher war auch kurz der Gedanke da wir machen zwei Bände. Eines ist so der begleitende mit den Fallstudien, eines ist die Synthese. Jetzt machen wir quasi beides in einem. Und ich glaube, wo wir uns selbst so ein bisschen angelogen haben, ist zu denken Na ja, wir haben schon alles. Jetzt machen wir ganz schnell eine Einleitung und einer Schlussfolgerung und dann ist das passiert, was passiert ist, dass wir über zwei Jahre und ich auch vor allem extrem unzufrieden war mit der Einleitung. Also ich war dann da. Dann haben wir immer Texte, die wir schon hatten, rein copy pasted und das funktioniert. Finde ich halt nicht so, es funktioniert eigentlich nie so gut, alte Texte zu copy pasten. Also entweder man nimmt sie wirklich eins zu eins und verweist darauf Das Thema hatten wir auch schon beim Selbstplagiat. Der Text ist woanders früher erschienen, aber als Textbausteine verwenden, das macht mich immer sehr unzufrieden. Da muss ich 20 Mal drübergehen. Und dieser Punkt ist jetzt, glaube ich, erreicht. Jetzt haben wir eine, ich weiß nicht wie lange. 27 Seiten, lange Einleitung mal, die wir gemeinsam durchgegangen sind. Jetzt gefällt sie mir aber das war so eine lange, lange, lange Geburt, die Arno hat. Es gab schon mehrere Krisen gehabt, weil ich dann schon wieder von vorne begonnen habe, einen Text zu zerlegen und Sätze neu zu schreiben. Und das war etwas, was mir sonst nicht so passiert, dass ich so lange an Sätzen hänge. Aber in diesem Fall war es da und da. Ich kann es selbst nicht genau erklären. Aber jetzt ist der Moment da, wo ich erstmals wirklich, wirklich zufrieden bin und ein gutes Gefühl bei dem Ganzen habe. Davor hatte ich immer Bauchweh.
Arno
00:15:27
Arno: Hört sich doch gut an, aber ich habe tatsächlich immer ein bisschen Angst bei dir, dass du dich da verrennst, obwohl der Text in meinen Augen eigentlich ganz gut ist. Also in dem Fall gebe ich dir recht, der hatte noch sehr viel Überarbeitung verdient, auch weil ja man auch gemerkt hat, der ist stammt aus verschiedenen Blog Kurztexten und dann gibt es unglaublich viele Wiederholungen oder Redundanzen usw die die man einfach raus haben muss, weil es sonst ja kein gut geschriebener Text ist, wenn man ihn dann als ganzen Text hat. Bin meistens aber dann auch dafür, dass man dann an irgendeinem Punkt sagt okay, jetzt muss gut sein, weil sonst kommen wir nicht weiter, weil der Chevrolet ist irgendwann so stark gewienert, dass man sich dann nur noch blendet und dann kann man auch nicht mehr Auto fahren. Und was für ein Bild! Und ja, ich.
Eugen
00:16:31
Eugen: Mochte vor allem den Einsatz des Verbs wienern.
Arno
00:16:36
Arno: Das war klar. Ich habe auch geflissentlich nachgeguckt. Übrigens, das heißt nämlich scheinbar unabsichtlich, in Wahrheit jedoch ganz bewusst.
Eugen
00:16:45
Eugen: Ah, ich habe. Ich habe es. Okay, das war jetzt.
Arno
00:16:48
Arno: Das hast du geflissentlich weggelassen. Die Bedeutung.
Eugen
00:16:53
Eugen: Stimmt. Ich habe das Ich. Ich habe gedacht, es heißt was anderes. Aber eigentlich hat es den Kern ganz gut getroffen.
Arno
00:16:59
Arno: Hast du gerade Freud gesagt? Bei Wienern? Nein.
Eugen
00:17:03
Eugen: Gut genug?
Arno
00:17:04
Arno: Ja, genau. Jetzt habe ich vergessen, wo wir waren. Aber ja. Irgendwo immer ein Schlussstrich setzen ist gut. Das ist auch grundsätzlich ein Problem, was ich bei Texten habe. Wenn man Open End Text hat, also wenn man keine Deadline hat, dann neige ich dazu. Und du glaube ich auch fast, dass die Texte dann in alle bis zum Sankt Nimmerleinstag sich immer weiter nach hinten verschieben. Und hier mal also wir haben einfach ganz viele andere Prioritäten, die dann reinfunken und müssen uns auch um andere Sachen kümmern, um das Projekt, um die, um die Arbeit, für die wir tatsächlich bezahlt werden. Und das, ja, das reibt sich einfach miteinander und man muss sich einfach wirklich in so einem Fall, wo es keine Deadline gibt, irgendwie dazu zwingen, diesen Text dann clean zu kriegen.
Eugen
00:17:57
Eugen: Guter Punkt. Das machen wir jetzt nämlich.
Arno
00:18:00
Arno: Ja.
Eugen
00:18:01
Eugen: Aber jetzt habe ich meinen Faden ein bisschen verloren. Ich wollte nämlich auf ein paar Punkte hinweisen, wo ich mir denke, es ist auch vielleicht mal interessant, darüber zu reden und das zu hören. Also diese Teile der Arbeit, über die selten gesprochen wird, über das Texte schreiben, da habe ich, das finde ich immer wieder interessant dafür, wie zentral das ist für unsere Arbeit. Dass dann so selten in den Geisteswissenschaften darüber geredet wird, hängt natürlich von Institut zu Institut ab. Also zu meiner Zeit an der Uni Wien in Geschichtswissenschaft bei den Professoren, die ich besucht habe, es gab sicher auch andere, Kam es gar nicht vor? Also es gab sicher auch welche, die geredet haben. Hin und wieder kursierte unter Studenten das Buch von Umberto Eco über das wissenschaftliche Schreiben. Und das war es dann auch schon ein bisschen. Und was du gesagt hast, ist ja etwas, woran sehr viele Bücher aus der deutschsprachigen Wissenschaft kranken. Also du hast es angesprochen mit den Redundanzen, das ist ja eine Unart. Und du hast vollkommen recht, Ich bin extrem dankbar, wie oft ich da immer wieder auf das Gleiche zurückgekommen bin. Das hängt auch damit zusammen, wenn man dann woanders wieder anfängt und das ist. Aber wenn man es dann auf einmal liest, ist das so ätzend, wenn man sich denkt, das hat er, das haben sie uns doch gerade gesagt. Warum kommt das jetzt noch einmal vor? Und ja, das ist schon super. Und dann kommen halt vielleicht zwei andere Autorinnen, die zitiert werden. Aber im Grunde genommen macht es ja keinen Sinn. Oder etwas, was ich mir auch dachte. Was ich aber leider immer nur merke, wenn ich Texte von anderen korrigiere, ist wenn irgendwelche Begriffe oder Fremdwörter vorkommen, müssen sie das erste Mal erklärt werden und nicht zwei Kapitel später. Auch wenn die Autorinnen denken, dass es dann viel mehr Sinn macht, weil dann ist man schon genervt und das ist etwas, was jetzt auch passiert ist, weil es geht halt um Politik im Spiel. Und bei Politik kann man so zu tun, als ob man es nicht definieren müsste. Aber in Wirklichkeit muss man sehr wohl definieren und das ist jetzt am Anfang passiert und ich finde, das tut dem Text auch gut. Und dann hat es dem Text halt sehr gut getan, dass du immer wieder viel zu höflich angemerkt hast. Kann das nicht raus? Fragezeichen? Das kam doch schon vor. Ich würde ja einfach brutal das rauslöschen, wenn wenn wenn ich sowas sehe.
Arno
00:20:04
Arno: Also danke auch unter 800 Seiten bleiben.
Eugen
00:20:08
Eugen: Ja, schauen wir mal, wie gut das gelingt. Ich habe jetzt jetzt heute noch nicht aufgemacht, aber also prinzipiell wird jetzt eigentlich nur noch gekürzt, glaube ich. Also nein, das stimmt nicht ganz, weil es kommt halt ein größeres. Ähm, also Schlussfolgerung haben wir noch nicht geschrieben. Das werden sicher noch mal so 30 Seiten, aber dazwischen. Also die Fallstudien werden wir eher kürzen, glaube ich. Und nicht ausbauen. Ja. Du wirkst nicht ganz sicher.
Arno
00:20:31
Arno: Ich bin da. Ja. Ich dachte mir also, ich habe. Bin ja auch chronologisch am Durcharbeiten und habe jetzt eben diesen einleitungs und theoretischen Teil quasi durch.
Eugen
00:20:43
Eugen: Genau. Also das wäre meine Einleitung im Augenblick, die überhaupt anführt, dann eine Art Methode, dass es noch sehr, sehr ungepflügter Acker und dann ein Kapitel, das bist vor allem du zum. Zur Idee des Horrors. Aber ich glaube, das ist ja wiederum schon sehr stimmig, oder?
Arno
00:20:58
Arno: Ja, ja, genau, denke ich auch. Also ich finde auch generell, du hast da ja auch relativ viel geschrieben.
Eugen
00:21:05
Eugen: Wir haben ja auch im Grunde alles immer gemeinsam gemacht. Das ist ja das Schöne.
Arno
00:21:08
Arno: Auch zu Quellenkritik. Ja, das bleibt auch wenn man sich gegenseitig überarbeitet, ja auch nicht aus. Also ich finde auch, dass unsere unterschiedlichen Schreibstile zu einem.
Eugen
00:21:19
Eugen: Besseren Ganzen führen.
Arno
00:21:21
Arno: Zu einem Monument unserer gemeinsamen Freundschaft geworden sind und eine gewisse Einheitlichkeit schon in einem Text gewonnen haben. Also ich korrigiere dich immer und du immer mich. Und dann sagst du immer okay, diesen Wiener Slang will ich gerne drin behalten und sage ich okay, dafür mach ich was anderes oder so.
Eugen
00:21:40
Eugen: Ich verwehre mich gegen den Ausdruck Wiener Slang. Es gibt ein paar Wörter, die stehen im österreichischen Wörterbuch, im offiziell anerkannten drinnen und die bleiben auch drinnen.
Arno
00:21:51
Arno: Ja, Lokalpatriotismus jetzt mal ganz beiseite. Aber man muss es ja Beim Text, den man für einen deutschen Verlag macht, muss man sich zumindest im Klaren sein. Das könnte nachher angemerkt sein und muss dann zumindest sich dessen bewusst sein.
Eugen
00:22:06
Eugen: Ich bin mir dessen bewusst und ich finde ich nicht. Die deutsche Verlagslandschaft würde davon profitieren, wenn mehr Wienerinnen.
Arno
00:22:13
Arno: Aber es sind auch schon so Kleinigkeiten tatsächlich auch in der Rechtschreibung, wie zum Beispiel das scharfe S wird ein Doppel S bei euch, glaube ich, oder nein.
Eugen
00:22:22
Eugen: Da wurde ich suiziffiziert. Das habe ich mir angewöhnt, seitdem ich in der Schweiz arbeite, weil da gibt es kein scharfes S und ich finde es ganz nett. Es trifft sich witzigerweise bei mir damit. Das war eine Eigenheit meines Vaters. Der hat aus der Frühzeit der Informatik, als es kein scharfes S gab, immer ein Doppel S gemacht und Umlaute ausgeschrieben. Und ich finde das ganz herzig. Also bei meinem Vater und bei der Schweiz sehe ich es auch an und deswegen habe ich es mir angewöhnt. Ja, aber das geht dann schnell zurück zu ändern, oder?
Arno
00:22:54
Arno: Ja, aber ich kann Ein bisschen Schade ist, dass ich meinen muttersprachlichen Dialekt nicht einbauen.
Eugen
00:23:00
Eugen: Macht das ein bisschen platt rein.
Arno
00:23:03
Arno: Ja, ich weiss nicht, Das könnte. Also das ist schwierig, weil wir ja auch keine Grammatik haben in dem Sinne oder kein festgelegtes Vokabular, sondern von Dorf zu Dorf und Straße, zu Straße und Haus zu Haus, die Begriffe teilweise auch anders ausgesprochen und ausgeschrieben werden.
Eugen
00:23:18
Eugen: Und nicht sehr Gamestar affin, nehme ich an, als Sprache.
Arno
00:23:21
Arno: Ja überhaupt akademisch würde ich das jetzt nicht nennen.
Eugen
00:23:25
Eugen: Wie würdest du sagen Spiel auf Platz.
Arno
00:23:28
Arno: Spiel?
Eugen
00:23:29
Eugen: Okay, gut, dann sagen wir einfach, dass es platt ist.
Arno
00:23:34
Arno: Ja, ja, ja. Aber trotzdem schön, wenn man auch. Ja. Wir sprechen über Stil. Und wenn man dann doch auch solche, ja auch Identitätsfragen ein bisschen drin hat. Aber eben auch nicht zu viel. Also damit es auch zugänglich bleibt und auch zwischen uns eben eine gute Balance gefunden wird, glaube ich zwischen uns beiden.
Eugen
00:23:59
Eugen: Ja, und was du gesagt hast, fand ich auch so nett und das ist eigentlich in dem Artikel, der jetzt im Magazin erschienen ist, finde ich, auch sehr schön rausgekommen. Wir haben irgendwie auch schon eine gemeinsame Sprache gefunden. Sowas macht auch große Freude, wenn man sieht, dass da so Sachen Bestand haben. Und das Wichtigste jetzt zu sagen ist, dass das, dass das Buch gut weitergeht und was ich noch immer. Also der Punkt, den ich interessant finde, Wo ich aber auch noch nicht weiß, kann ich auch Interessantes dazu sagen ist. Ich glaube, das ist nämlich etwas, was durchaus verbreitet ist, wenn man manchmal so Hemmungen hat oder sich schwer tut mit etwas, was wir am Anfang auch im Gespräch hatten. Wann sind die Momente, die Freude machen, einen Text und wann nicht? Und dann macht es manchmal einfach Klick zu einem Moment und dann geht es gut weiter. Wir hatten auch das Thema, Wenn man ein Buch gemeinsam schreibt, das halt viel zeitaufwändiger ist als ein Paper. Wann und das Thema hast du auch geöffnet. 0.2 Wenn es etwas ist, das wichtig ist, aber nicht dringend, dass man sich den Platz und den Ort dafür schafft, trotzdem regelmäßig weiterzumachen. Ich glaube, auch das haben wir erreicht. Du hast dir einfach einen Tag dafür genommen. Ich habe mir jeden Tag eineinhalb Stunden dafür genommen, für das Buch. Das klingt furchtbar banal, aber es war extrem notwendig, sich das wirklich anzueignen, um da weiterzukommen. Also es ist eine Art, ist auch eine Arbeitsfrage und wie man da vorgeht. Und viele Leute werden sich jetzt denken No na und? Können das viel besser. Ich glaube, im akademischen Umfeld sind solche Sachen. Sie werden einfach nicht gelehrt. Das müssen wir uns dann immer selbst aneignen, indem wir Bücher lesen und mit Kolleginnen reden, die nicht aus dem akademischen Bereich kommen oder uns coachen lassen. Da denke ich mir, es wäre schon ganz gut, wenn man das unterrichten könnte. Besser?
Arno
00:25:44
Arno: Ja, wobei, es gab schon bei mir in den Geschichtswissenschaften oder an der Uni allgemein auch Kurse zum wissenschaftlichen Schreiben, also wie man das grundsätzlich angeht.
Eugen
00:25:58
Eugen: Okay.
Arno
00:25:59
Arno: Ich weiß nicht, ob das bei dir dann wahrscheinlich nicht der Fall ist.
Eugen
00:26:02
Eugen: Nein, bei mir war es nicht der Fall. Aber ich glaube, das gibt es jetzt durchaus auch mehr. An der Uni habe ich das selbst einmal so einen kurzen Workshop gehalten und vor Ewigkeiten dann auch dazu gebloggt. Es hängt von Uni zu Uni ab und ich glaube, es hängt halt wie unsere Universitäten immer sehr auch vom Lehrpersonal ab, wenn man da motivierte Lehrerinnen haben, die wissen, dass das wichtig ist und das auch unterrichten, hat man großes Glück. Viele finden das halt ätzend. Die wollen halt lieber an ihrem Forschungsobjekt dranbleiben, an König Philipp von Spanien oder der Reconquista. Als Jungstudierenden das Schreiben beizubringen. Also ich glaube es einfach nicht so sexy, das zu unterrichten, aber es wäre halt notwendig und noch weniger sexy. Aber auch genauso notwendig. Ist halt vielleicht irgendwann mal angehen, wenn man in so einem Arbeitsumfeld, wo man sehr sehr viel Eigenverwaltung ist, vielleicht das falsche Wort. Also selbst Verantwortung übernimmt. Also wir haben wir müssen unsere Arbeitstage großteils selbst einteilen. Also wir haben zwar manchmal Lehrveranstaltungen, die strukturieren das, aber sonst müssen wir die Tage selbst einteilen. Und das klingt banal, kann aber irrsinnig herausfordernd sein. Da wäre es vielleicht auch mal ganz gut, das Thema zumindest mal anzusprechen mit zukünftigen Forscherinnen. Jetzt für alle jungen Lehrpersonen, die sich diesen Podcast anhören, dass nehmt euch das mal mit und überlegt euch, ob ihr der Platz dafür findet.
Arno
00:27:30
Arno: Ich glaube bei uns beiden ist die Situation auch insofern nochmal besonders, weil wir ja fast ausschließlich im Homeoffice arbeiten, also im Globalen gesehen. Also bis auf ein paar Lehrveranstaltungen bei dir und unsere monatlichen bis sechswöchigen Besuche in Bern für zwei drei Tage sind wir eigentlich überwiegend im Homeoffice. Und dieses Homeoffice bedeutet eben auch. Das hört sich jetzt erstmal negativ an, aber das ist es eigentlich gar nicht. Das ist aber auch kein berufliches soziales Umfeld gibt, das man ins Büro reinschneien kann und einen quasi auch zum beruflichen Austausch einerseits anhält, aber andererseits auch. Und das meine ich, das hört sich nicht. Das hört sich jetzt negativer an als gemeint ist. Aber dieser dieses Es Überwachungsgefühl oder dieser soziale Druck, dass man jetzt auch was tun muss. Den gibt es zwar auch im Homeoffice, aber da ist ja diese physische Komponente, die fehlt zumindest total weg und man muss sich das. Also ich mache ja Homeoffice schon seit ich glaube 2016 und man muss sich das wirklich antrainieren, dass man wirklich sehr klar sagt, das und das sind meine Stunden und ich muss da mich ransetzen und ich mache auch nicht mehr. Auf der anderen Seite, weil das ja auch ein Problem ist im Homeoffice, fehlender Kontrolle nämlich, dass man sehr, sehr gerne auch zu viel arbeitet, Aber eben diese Grenzen sowohl in die eine als auch in die andere Richtung zu setzen, das muss man wirklich lernen. Und da wäre tatsächlich so etwas wie ein Jemand, der einem das überhaupt mal zeigt, wie man das macht. Echt eine gute Sache, glaube ich.
Eugen
00:29:13
Eugen: Ja, ich merke gerade, ich sage zu oft Ja, Wenn du etwas sagst. Das klingt immer so banal, aber ich möchte als Erstes bestätigen, dass du vollkommen recht hast. Das sind also wirklich, sollte ich meinen viel besseren Satz dafür zulegen. Ich könnte es dann einfach mal sagen Du hast vollkommen recht. Ein kleiner Anspruch von mir. Ich glaube, was jetzt die Arbeitseinteilung angeht, weil ich habe teilweise an Unis mit Kolleginnen bin ich gesessen und dann auch in Großraumbüro in der APA, als ich in der Medienbeobachtung war. Das hat alles, hat Vor und Nachteile. Wie banal, aber tatsächlich auf die Arbeitsgestaltung hat das nicht so einen Einfluss gehabt. In der APA war die Arbeit durchgetaktet Also das war wirklich Stechuhr mäßig. Da gab es auch ganz klar, was wann gemacht werden musste. Ich habe mir trotzdem recht viel Freiraum herausgearbeitet. Das ist teilweise dann durchaus ein Konfliktherd geworden. Aber darum geht es nicht. Aber davor, als ich promovent war, zum Promovend, als ich promoviert habe an der Uni Frankfurt und an der Uni Trient, habe ich gemerkt, war zumindest an der Uni Frankfurt noch eine sehr alte Mentalität da, dass die Dissertanten müssen alle eingehegt und kontrolliert werden und das war Zeit, die ich teilweise abgesessen bin. Da saß ich im Büro. Dort hätte viel besser Zeit in Archiven verbringen können. Das Schreiben ist auch nicht besser gegangen. In den besten Momenten war es wunderschön, mit Kolleginnen durchgehend diskutieren zu können. Ja, also das war etwas, was mir sonst abgeht. Wobei ich muss sagen, dadurch, dass wir uns einmal die Woche mindestens zoomen, sehr viel öfter, braucht man das auch nicht. Also das hängt wirklich von der Arbeit ab, wann es Sinn macht, eingehegt in einem kontrollierten Arbeitsumfeld zu sein, wann nicht. Also ich glaube, man kann viel mehr auf die Eigenverantwortung von Mitarbeiterinnen bauen, wenn halt die Arbeitsbedingungen gut sind. Also ich finde, ich habe da nicht mehr gearbeitet. Im Gegenteil. Ich also wirklich am meisten arbeite ich jetzt. Und damit hängt es zusammen, dass ich halt wirklich mir selbst und auch mithilfe von einem Coach und mithilfe von Lehrbüchern wie in Steven Coe angeht Die antrainiert habe und angeeignet habe, wie ich nicht am effizientesten, sondern am effektivsten arbeiten kann. Das stand im Kodex so drin. Es geht jetzt nicht darum, dass ich mehr Roboter und mehr Bruttosozialprodukte produziere, sondern dass ich auch zufrieden bin mit dem, was ich mache. Ich hoffe, das klingt jetzt nicht alles zu banal, aber ich glaube, das ist etwas, was viele herausfordert und was in meinem Fall ich bin jetzt 45 geworden wirklich lange gebraucht hat, bis ich da auf einem Niveau bin, mit dem ich zufrieden bin.
Arno
00:31:43
Arno: Ja, schau, ich bin 47 und noch nicht da.
Eugen
00:31:46
Eugen: Das ist. Nein, Du bist 47 und sehr viel selbstkritischer als ich. Ich glaube, du bist durchaus auf dem Punkt.
Arno
00:31:53
Arno: Ich habe jetzt gelernt, dass man als Mann am unglücklichsten mit 47,2 Jahren ist.
Eugen
00:32:00
Eugen: Nein, ich glaube, das ist ein guter.
Arno
00:32:03
Arno: Ich habe jetzt quasi den Peak erreicht. Ich bin jetzt 47,4 oder so.
Eugen
00:32:07
Eugen: Von jetzt ab geht's bergab.
Arno
00:32:09
Arno: Nee, jetzt geht's bergauf.
Eugen
00:32:11
Eugen: Jetzt geht's wieder. Du hast den. Den? Den, den den Nadir erreicht. Das Gegenteil vom Zenit.
Arno
00:32:18
Arno: Ja, ja, genau. Die Marianengraben.
Eugen
00:32:22
Eugen: Genau. Und hiermit haben wir unseren Bildungsauftrag für heute wieder erfüllt. Einfach Marianengraben und Nadir googeln. Ich finde, Nadir ist ein sehr schönes Wort. Marianengraben. Auch gut. Also, das ist die harte Arbeit.
Arno
00:32:35
Arno: Ich kenne es nicht. Was ist das für ein Begriff?
Eugen
00:32:37
Eugen: Es ist. Es ist aus dem gleichen. Und ich google. Es kommt aus der gleichen Sprache wie Zenit und Nadir. Ich glaube, ich würde jetzt. Hmmm.
Arno
00:32:44
Arno: Hört sich ein bisschen Arabisch an?
Eugen
00:32:46
Eugen: Naher Osten? Ja, genau.
Arno
00:32:48
Arno: Also so aus dem. Aus dem Sprachraum. Weißt du.
Eugen
00:32:52
Eugen: Man sollte nicht mit Fremdwörtern um sich werfen. Ja, es ist aus dem Arabischen. Und das wird in der Geometrie eingesetzt. Anscheinend. Ich finde es ein schönes Wort. Und ich fand es immer sehr verwirrend, dass ein Klassenkamerad von mir Nadia mit Vornamen hieß. Aber es ist eben auch nicht nur etwas Negatives dieser Begriff, sondern es ist auch etwas Zentrales.
Arno
00:33:17
Arno: Wir suchen ja auch nach Tiefe.
Eugen
00:33:19
Eugen: Genau. Genau, Genau. Genau die Tiefe. So, wir sind ein bisschen also ausgegangen von dem gemeinsamen Buch haben wir jetzt über das gemeinsame Schreiben und die Herausforderung geredet. Ich finde, das ist etwas, was wir immer wieder so ein bisschen reinholen können, weil das ist auch das ist halt auch das, was wir die meiste Zeit an unseren Arbeitstagen machen. Und ich finde, es wäre okay, auch darüber zu reden. Und auch, dass ich sage, es muss mehr unterrichtet werden. Ich glaube, es hängt wirklich sehr von den Universitäten ab und vom Lehrpersonal. Und ich glaube auch insgesamt wird es immer besser. Und ich glaube auch, es wird heutzutage besser unterrichtet als vor 20 Jahren, als ich studiert habe. Und in 20 Jahren wird es noch besser unterrichtet werden. Und zumindest das sind Sachen, wo ich wirklich davon ausgehe, dass in Zukunft auch noch noch besser werden, zu unseren weichen Arbeiten zu kommen. Zu den Softworks. Arno, was hast du im letzten Monat gespielt, Gesehen, gehört, gelesen. Worüber möchtest du reden? Davon und worüber nicht Und warum?
Arno
00:34:15
Arno: Gelesen habe ich ziemlich viel, weil ich gerade schöner Weise in der Jury für den Seraph bin. Das ist der Preis. Für. Was ist das? Die Gesellschaft. Gesellschaft. Phantastik. Oh, das muss ich nachschauen. Das tut mir echt leid. Das habe ich vergessen aufzuschreiben. Sonst hätte ich es jetzt wunderbar hier runterrattern können. Jedenfalls habe ich dafür. Ich kann es nicht genau sagen, ich glaube, zehn Bücher gelesen und an der Stelle. Also ich werde nicht weiter darauf eingehen, möchte aber sagen Es ist doch überraschend. Wie viel Gute? Keine Ahnung. Fantasy, Science Fiction, Horror, whatever es auch von deutschsprachigen Autorinnen gibt. Da kann man immer nur wieder darauf hinweisen, dass es auch hier Menschen gibt, die tolle Bücher schreiben und die man auch lesen kann.
Eugen
00:35:05
Eugen: Möchtest du für ein paar davon Werbung machen. Zu diesem Zeitpunkt.
Arno
00:35:09
Arno: Im Moment noch nicht, weil.
Eugen
00:35:13
Eugen: Das.
Arno
00:35:13
Arno: Würde ich, glaube ich, nach dem Preis machen.
Eugen
00:35:16
Eugen: Tut mir leid. Ich war ja auch mal in einer Jury. Das ist meine Gemeinde. Eine unüberlegte Frage von mir. Gibt es Autoren? Kannst du überhaupt. Weil ich dachte mir auch, es ist auch etwas, wo bei allem Schlechten, was aus Social Media heraus erwachsen ist und das ist sehr viel. In unserer Welt gibt es auch einiges Gutes und das ist auch gerne denke ich zurück, als als Twitter noch nicht einfach nur ein Höllenpfuhl war, dass ich dort dann plötzlich auch Kontakt zu Autorinnen gefunden habe, recht einfach und da Einblick bekommen habe. Eben wie du sagst, in eine extrem aktive Szene. Und ich habe da auch das Gefühl, dass da sehr viel gerade passiert, vielleicht auch durch andere Verlagsmöglichkeiten. Ich glaube, es geht jetzt vielmehr auch über einen Eigenverlag und Kleinverlage oder halt online publizieren. Ähm. Wen ich da auch kennengelernt habe. Da können wir Werbung machen. Ein neues Buch von Lena Falkenhagen ist erschienen. Die habe ich, glaube ich, auch zuerst über Social Media kennengelernt und dann erst auf Konferenzen. Das habe ich sogar schon bekommen. Ich habe es aber noch nicht angefangen. Also da kann ich vielleicht die nächsten Male drüber reden.
Arno
00:36:24
Arno: Eins kann ich sagen Ich bin ja habe ja in den letzten Jahren eine wirklich eine ganz schlimme Aversion gegen Fantasy entwickelt. Und wo kommt das her? Ja, weiß ich auch nicht. Ich mag. Ich mag dieses Pseudo Mittelalterlich Gedöns eigentlich überhaupt nicht. Aber was ich hier sagen möchte, auch beim Lesen dieser Bücher, das ist schon echt eine unfaire Aversion, weil da viele Bücher einfach auch sehr gut geschrieben sind. Also auch das möchte ich an der Stelle sagen, Das hat mich so ein bisschen des Besseren belehrt. Es wird immer noch nicht mein Lieblingsgenre sein, weil ich eben ganz oft diese dieses merkwürdig Während Romantisierende vielleicht auch nicht so richtig mag. Aber. Aber die Bücher, die ich jetzt gelesen habe, die waren echt richtig gut und würde ich auch jedem weiterempfehlen. Und unter den Top drei, die, die ich da gelesen habe, waren glaube ich auch tatsächlich zwei Fantasybücher und das hat mich selber so ein bisschen überrascht. Wollte ich nur an der Stelle mal auch noch mal klar machen. Einfach weil das etwas ist. Was, was man gerne vergisst, wenn man so seine. Wenn man alt ist wie ich 47 gerade auf dem Nadia, in dem Nadia ist und sich in seinem eigenen ja Gewohnheiten so suhlt, dass es doch lohnen kann, auch vielleicht auch manchmal ein bisschen gezwungen zu werden, solche neuen Richtungen mal einzuschlagen.
Eugen
00:38:02
Eugen: Das hast du sehr schön gesagt. Ja. Ich fand besonders interessant den Punkt, den du gesagt hast, der bei Fantastic mich jetzt auch lange abgetörnt hat. Wenn es sowas beliebiges und eigentlich. Es ist Mittelalter mit Zwergen und Elfen. Ähm. Es gibt halt schon sehr kluge Phantastik. Ja. Also immer wieder lese ich lese einmal im Jahr ein Buch von Ursula Le Guin. Letztes Jahr war es ein Science Fiction Buch, aber die hat ja auch die, die das jetzt nicht mehr die Trilogie, sondern die ich glaube fünf, fünf oder sechs Bände sind es mittlerweile, die ich schon sehr gerne habe. Aber das ist es wäre mal eine Beobachtung wert, sich anzuschauen. Vor allem halt immer wenn. Was mich nervt ist, wenn es generisch ist zugleich, was es vielleicht auch interessanter machen würde. Sich das anzuschauen ist, dass es extrem politisch ist. Also Science Fiction sowieso, aber eigentlich auch Fantasy. Wobei ich glaube und jetzt können wir dann nur oder kann ich nur dilettieren, dass die Fantasy da ein bisschen reaktionärer ist als ich. Science Fiction wäre meine erste Beobachtung, weil da geht es eher immer um konservative Weltbilder. Muss nicht sein. Also wir haben gerade Ursula Le Guin gesagt und auch Lena Falkenhagen. Also es kann auch ganz, ganz progressiv sein, aber manchmal ist die Tendenz da, dass es das dass das eher so die Richtung. Im Mittelalter ist. Aber ich glaube, diese Beobachtung ist jetzt erstens viel zu vereinfachend, zweitens müsste man schauen, ob es überhaupt die Mehrheit der Bücher so oder gibt es nur eine kleine laute Minorität, die dieses Gefühl bei mir erweckt? Man müsste sich besser anschauen. Ich habe. Jetzt hat mich der Tobias Unterhuber auf Social Media wieder darauf hingewiesen, dass auf Pegida kam Einmal eine Sammelausgabe zu Phantastik. Ich habe mich nämlich gefragt für unseren Band, also zu der Hard Works Teil dieses Podcasts. Es gibt drei, vier Bücher zum Genre des Horrors in digitalen Spielen, aber ich habe zuerst nichts gefunden zu Science Fiction und Fantasy, was ja auch so riesen Genres sind also Themengenres. Und da hat mich der Tobias auf das auf dem die Paidia Ausgabe hingewiesen. Trotzdem, ich glaube, das war ein Thema, das hätte noch Platz für sehr viel mehr Forschung und Publikationen. Soweit ich das von außen beobachten kann. Wir werden jetzt nicht demnächst dazu kommen, uns das anzuschauen oder eher nicht.
Arno
00:40:22
Arno: Aber ich schaue mir ja auch gerade ein im Prinzip ein Fantasyspiel an, nämlich Skyrim, das ich gerade noch mal durchspiele. Habe ich jetzt.
Eugen
00:40:32
Eugen: Elder Scrolls.
Arno
00:40:34
Arno: Habe ich letzte Woche noch mal angefangen und nachdem ich erstmal so ein bisschen abgeturnt war, weil. Weil das ist ja jetzt doch nicht mehr ganz taufrisch und ja, also es ist ja, es ist schon ein bisschen so geriatrisch, muss man einfach sagen. Aber ich bin doch überrascht. Also die Spielwelt ist halt schon wunderschön und es hat natürlich auch eine Ursache, dass sich das Spiel, wie du weißt. Wir werden dazu einen Artikel verfassen in hoffentlich naher Zukunft. Du lachst mich aus.
Eugen
00:41:10
Eugen: Nein, das tut mir leid, dass ich uns das eingebrockt habe. Das war.
Arno
00:41:13
Arno: Ja.
Eugen
00:41:14
Eugen: Ich hatte ein weiches Herz und. Aber ich finde es gut. Da kommen wir wenigstens aus der Komfortzone raus.
Arno
00:41:21
Arno: Ach ja? Und ich finde es eigentlich. Also, ich habe es, als ich es damals gespielt habe. Wann ist das rausgekommen? 2006 oder so, oder es war.
Eugen
00:41:29
Eugen: Es war nach der Jahrtausendwende. Auf jeden Fall.
Arno
00:41:31
Arno: Ja, und da habe ich es ja sehr geliebt und ich kann heute noch sehen, warum. Aber es ist eben auch viel Wasser, den Rhein oder die Donau hinuntergelaufen.
Eugen
00:41:44
Eugen: Ja. Oder die Flüsse, deren Namen wir nicht kennen, aus der Elder Scrolls Welt.
Arno
00:41:48
Arno: Ja, stimmt.
Eugen
00:41:50
Eugen: 2011 ist es erschienen.
Arno
00:41:53
Arno: Doch so spät?
Eugen
00:41:54
Eugen: Ja.
Arno
00:41:55
Arno: Das ist Ja. Ich hätte gedacht.
Eugen
00:41:56
Eugen: Gerade mal 14 Jahre. Ich habe es jetzt wiederentdeckt, weil ich meinem älteren Sohn für die Switch dachte. Also ich weiß ja nie, wie diese Umsetzung auf der Switch sind, aber das habe ich. Es war auch nicht zu teuer zu bekommen. Und ich dachte mir, dann kann ich ihm zumindest eines der Spiele zeigen, das wir auch für sehr viele Memes weltweit verantwortlich ist. Ich habe von ihm memetechnisch sehr viel gelernt. Also ich empfehle allen. It must have been the wind als Musikvideo auf Google zu suchen. Und da habe ich es wieder entdeckt. Ja, ich finde es eigentlich ganz. Also wir können auch kurz sagen, was wir schreiben werden. Gemeinsam mit Aurelia, die ich auch noch eingefangen habe für das Projekt. Wir schreiben zum zu. Wie sagt man zur Geschichtsschreibung im Spiel selbst? Also wir schauen uns nicht. Wir schauen uns nur die Bücher an, die man in dem Spiel lesen kann. Was ich schon seit langem, langem sowieso machen wollte, weil ich das sehr lustig finde und schauen uns an, wie wird Geschichte dargestellt in den Büchern, die man in Skyrim lesen kann? Ich hätte jetzt so gern eine Zahl, wie viele Spielerinnen, die Skyrim gespielt haben, auch tatsächlich die Bücher gelesen haben. Das wüsste ich einfach gerne. Ich weiß nicht, ob ich das je erfahren werde.
Arno
00:43:07
Arno: Ja, aber dann hätte ich das ja gar nicht mehr spielen müssen und hätte nur auf irgendeine irgendein komisches Wiki gehen müssen, wo dann alle 500 Bücher oder 1000 Bücher, die sind in der Welt gibt, dann schon transkribiert sind.
Eugen
00:43:21
Eugen: Das ist richtig, aber es ist natürlich wissenschaftlich sehr viel korrekter, so wie du es machst, auch noch mal das Spiel in Erinnerung zu rufen.
Arno
00:43:31
Arno: Ja, ja, ja, das stimmt. Ja, ich bin auch tatsächlich gespannt. Also ich werde natürlich beides machen, weil ich merke, ich merke jetzt schon im Spiel, also ich habe bisher noch nicht so viele Bücher gefunden, vielleicht so fünf, sechs. Ich fange immer an zu lesen und höre sehr, sehr schnell schon in der Welt wieder auf.
Eugen
00:43:50
Eugen: Genau das ist genau das, was ich mir denke, weil ich wir sind. Wir beide sind ja leseaffin, Aber es war schon bei Baldur's Gate so und ich habe mir dann vorgenommen, diese Bücher zu lesen, weil es mich immer schon interessiert hat. Und ich meine, jetzt können wir es machen. Aber die Frage ist wirklich bei diesem Paper, die ist dann erlaubt. Wie relevant ist das? Weil es kann sein, dass einfach niemand das alles gelesen hat. Ich meine, es ist ja noch immer relevant, weil es hat jemand geschrieben, also wir können zumindest die Produktionsseite dieser Quellen analysieren und das ist ja auch das, was uns interessiert. Also wie wird Geschichte wahrgenommen von denen, die diese Spiele schreiben? Aber dann die Frage, wie viele es gelesen haben, ist ja jetzt gar nicht so relevant für uns, aber ich finde sie einfach interessant und und und. Ich gebe dir recht, ich finde Spiele sind kein Umfeld, in denen ich gerne Bücher lese. Das ist die Texte. Und selbst wenn ich wirklich, wirklich investiert bin in die Geschichte, muss ich mich zwingen. Also auch wenn es Zeitungsausschnitte in Horrorspielen und so sind, ich bin es halt so, ich habe so eingeübt, schnell Collecten anklicken irgendwo ins Inventar und ja, werde ich mir dann später anschauen. Ist ein bisschen so wie die Phase in meinem Leben, wo ich die Zeit abonniert hatte und die sich dann gestapelt hat.
Arno
00:45:00
Arno: Ja, das ist auch bei mir ganz stark an so eine visuelle Komponente angegliedert. Also bei Zeitungen zum Beispiel finde ich dann schon, dass ich die relativ gut lese, weil die ganz oft, eben, wenn sie als Zeitungen dargestellt sind, nicht als Fließtexte dargestellt sind. Dann diese Kleinen ja fast schon oft so Twitterlänge oder so, Twitter sagt man ja nicht mehr oder vielleicht auch extra, aber diese relativ reduzierten Kurztexte hat die dann auch noch eben in kleinen Quadraten optisch eingefangen werden oder so, dann funktioniert das schon. Aber wenn ich eben so was wie hier habe, wo ich dann wirklich eine Seite um die andere blättern muss und wo die auch die Schriftgrößen oft so sind, dass sie ja dass das Lesen kein angenehmes Lesegefühl hergibt, dann ist das für mich sehr schwierig.
Eugen
00:45:56
Eugen: Vollkommen richtig. Ich habe jetzt was anderes versucht als Ja, das habe ich. Ich habe es mir nicht vorher gedacht, aber ich. Jetzt denke ich es mir, nachdem du es gedacht hast. Es ist auch wirklich sehr viel Form. Also, es war schon bei Baldur's Gate, dieser kleine Text auf der rechten Seite. Es macht keine große Lust, das zu lesen. Es ist. Es ist auch ein Unterschied, wenn in manchen Büchern, in manchen Büchern, in manchen Spielen hat man ja so echte Bücher, die man durchblättern kann. Normalerweise sind das so die Questlogs oder die Vorgeschichte und das lese ich sehr viel lieber schon. Ich glaube, es hängt auch sehr viel damit zusammen, über die Kontrolle über das Lesen. Ich habe das auch gemerkt, weil ich jetzt, nachdem ich Jahre Ereader nie wirklich verwendet habe, jetzt mit dem neuen Tolino mich sehr viel leichter tue. Und das sind immer so Kleinigkeiten, die das Leseerlebnis sehr viel angenehmer machen. Und beim Tolino Ich gleite jetzt ab, aber es hängt mit dem Thema zusammen ist es so eine Winzigkeit gewesen. Das Blättern hat für mich nie gut funktioniert, weil ich nie wusste, wie weit bin ich in einem Text? Das gibt so eins. Du bist auf Seite 1/4500. Ich verstehe auch nicht, warum man diese Fantasiezahlen bei eBooks sind. Aber jetzt eine Kleinigkeit, die sich geändert hat, ist. Sag mir, wo bin ich? In einem Kapitel. Also, ich weiß, jetzt bin ich am Anfang, in der Mitte oder am Ende des Kapitels. Das macht einen Riesenunterschied für mich. Ich weiß nicht warum. Warum ich so simpel bin, aber seitdem macht es mir sehr viel mehr Spaß, Bücher zu lesen, weil ich mich besser orientieren kann in dem Buch. Und das fehlt, wie du sehr richtig gesagt hast, in sehr vielen Büchern und Texten in Spielen. Das kommt alles in die Einleitung rein. Für unser Paper dann.
Arno
00:47:30
Arno: Ja, stimmt.
Eugen
00:47:31
Eugen: Gut. Haben wir schon eine Seite hier? Ja, Was hast du noch gelesen, gespielt und gesehen?
Arno
00:47:36
Arno: Also gespielt habe ich noch auf Empfehlung von Jenny Child Arise. Das ist ein wundervolles kleines Indie Game, in dem man einen. Ja, wie soll man das sagen? Einen Alten als Wikinger ist es, glaube ich, nicht. Aber einen Normannen oder so was spielt, der im Prinzip in der ersten Szene des Spiels stirbt und eben so ganz, ja, wie man sich das so vorstellt wird die wird der Leichnam dann auf dem Scheiterhaufen verbrannt und so und was dann passiert ist, ist, dass man im Prinzip in verschiedenen Episoden dieses das Leben dieses Mannes nachspielt. Es ist eigentlich so eine Art Jump'n'Run mit einer sehr, sehr extrem coolen Zeitmechanik, also wo man Zeit vor und zurück schieben kann und die Umwelt sich dann entsprechend verändert und da darüber dann ja Durchquerungspuzzles quasi löst.
Eugen
00:48:42
Eugen: Also ein Puzzler.
Arno
00:48:45
Arno: Ja, ja, so ein Hybrid würde ich sagen. Genau. Und das ist erstens wunderschön gemacht. Also es ist wirklich ganz, ganz toll designed optisch. Auch diese Spielmechanik ist unglaublich smooth und fühlt sich so organisch an, also es war wirklich eine große Freude. Und zweitens hat mich das Spiel einfach auch so ergriffen. Also ich habe mehrere Male Tränen vergossen, einfach weil es so eine mitreißende Geschichte war, die einfach, ja Wunder wundervoll geschrieben ist. Also ich mag das, will das wirklich jedem sehr sehr stark ans Herz legen und an der Stelle auch noch mal Jenny wirklich danken, weil es hat mir sehr viel bedeutet, dieses Spiel spielen zu dürfen. Genau das habe ich gespielt und vielleicht noch ganz kurz, was ich geschaut habe. Sorry, wenn ich dich unterbreche, dann dann kriegst du kannst du die nächsten zehn Minuten nachholen. Ich habe geschaut und bin gerade in der letzten Staffel. Letterkenny war ich und bin schon gibt es zwölf Staffeln bei Netflix ist eine kanadische Comedyserie, die sehr merkwürdig ist. Also die macht es einem nicht leicht, sie einordnen zu können, weil die. Es ist einerseits sehr satirisch, also die über dieses Leben in einer Kleinstadt, nämlich Letterkenny, und dann hat man diese. Also wirklich völlig übertrieben zugespitzten Charaktere, also diese kleine Clique, die von Jugendlichen die Drogen vor Ort verkauft. Man hat die Farmer, um die es sich da dreht, man hat einen Schwulen. Was ist das? Priester ist das falsche Wort. Also man hat Mennoniten die in der Umgebung wohnen usw, die Hillbillies die irgendwo wohnen. Ganz starke Stereotypen, die immer aufeinanderprallen und ihr Ding halt tun. Und das Ganze ist aber so überspitzt erzählt, dass es eher was von einem Märchen hat. Also die auch die Art wie die sprechen. Also ich habe nie eine Serie gesehen, die so extrem mit Wortspielen arbeitet. Da gibt es in jeder jeder Folge geht es bestimmt gibt es Dialoge, wo dann fünf, fünf Minuten oder länger ein Wortwitz nach dem anderen, auf den aber anhand eines Themas abgearbeitet wird. Und es ist einfach eine große Freude. Und drittens. Ganz kurz abschließend Es ist eine kanadische Serie. Und dieses kanadische, diese kanadische Identität, die spielt doch eine sehr, sehr starke Rolle in dieser Serie. Auch dieses Verhältnis von frankophonen Anglophonen, Kanadiern usw und es wird sehr viel darüber gesprochen. Wie ist das Verhältnis von Kanadiern zu den Yanks, wie Sie immer sagen, zu den Amerikanern, zu den US Amerikanern im Süden und Auch, was mir auch sehr gut gefallen hat. Es ist man hat manchmal das Gefühl, es ist so eine Ode auf das Landleben, was es sicher auch ist, aber es ist gleichzeitig relativ progressiv, aber nicht so mit der mit der Faust aufs Auge, sondern eher so durch die Hintertür und ist wirklich eine Serie, die auf eine sehr merkwürdige Art sehr, sehr viel Spaß gemacht hat.
Eugen
00:52:09
Eugen: Also ich bin jetzt sehr interessiert dran. Ich werde es nicht jetzt während dem Podcast googlen, aber ich nehme es mir damit.
Arno
00:52:15
Arno: Auch nicht schauen.
Eugen
00:52:19
Eugen: Ich bin jetzt einfach ruhig für die nächsten. Wie lange sind Sie? Sind Sie 20 Minuten oder 45 Minuten? Oder die, die die.
Arno
00:52:25
Arno: Folgen sind immer so? Ja, die Folgen sind immer so 22 Minuten. Ach, eins habe ich noch vergessen. Es hat einen wirklich extrem coolen Soundtrack, der von. Weiß ich nicht. Black Metal bis zu irgendwie Techno Geht aber alles sehr undergroundig und der ein, der das total gut hinein ja passt und fremd in dieses merkwürdige Country Setting. Und das hat mich überrascht und hat das Ganze sehr schön angereichert mit noch so einer Ebene, die das Ganze noch mal so ironisch bricht.
Eugen
00:53:03
Eugen: Dann rappe ich ab, die, die weiche Arbeiten nämlich noch kurz durchgehe, was mir in Erinnerung geblieben ist. Was jetzt? Also bei Büchern muss ich sagen, habe ich nicht viel gelesen, weil ich jetzt endlich mir die Zeit genommen habe. Ein Buch, das ich vor einem Jahr angefangen habe vom Charles Dickens A Mutual Friends, 19. Jahrhundert zu lesen. Und da hat, deswegen bin ich auch drauf gekommen. Da hat es einen Riesenunterschied gemacht, dass ich jetzt einen anderen Tolino hatte, weil das ist auch ein Buch. Es ist, ich finde es sehr spannend. Also ich fand es am Anfang hat es viel Arbeit gebraucht, auch ins Englisch reinzukommen, weil das, weil er irrsinnig mit der Sprache spielt. Und wenn du dir Sprache von London aus dem 19. Jahrhundert nicht kennst, dann kriegst du auch die Anspielung nicht mit. Aber man kommt dann rein. Das ist sehr faszinierend. Ich war dann ist ewig lang. Auch ich habe in denen der Ausgabe von Penguin, die wir zu Hause haben, sind es 800 Seiten, winzig klein gedruckt. Also, das macht keinen Spaß. In dem Buch zu lesen.
Arno
00:53:55
Arno: Das heißt, du liest es auch auf Englisch?
Eugen
00:53:57
Eugen: Ich Ja, ich habe es auf Englisch gelesen und da hat der Reader geholfen. Und das nur ein paar Beobachtungen, die ich spannend fand. Erstens etwas, was schon bei Tolstoi war, den ich auch mir vor vier Jahren oder so vorgenommen habe, wo ich auch ewig lang dran gesessen bin. Ich mache am Anfang immer den Fehler, das als Roman zu begreifen. Aber das war nie ein Roman. Das war eine Serie von Anfang an, weil es ist ja, jedes Kapitel war eine abgeschlossene Folge. Und wenn du dann so wie bei Krieg und Frieden, der denkst, jedes Kapitel ist eigentlich eine Folge von einer ganz krassen Soap Opera, dann macht es viel mehr Spaß, weil es ist auch total überzeichnet. Du hast. Es geht ganz, ganz arg um die Charaktere, auch wie in einer Soap Opera oder in einer Serie. Oder halt es ist so wie Netflix. Und dann hatte ich auch erstmal so ein Binnenverhältnis, wo ich dann wirklich mehrere Kapitel auf einmal gelesen habe, was ich am Anfang gar nicht hatte, weil es passieren auch so arge Sachen. Also es ist ja total überzeichnet und dann also wenn man nicht mehr denkt, ich lese jetzt einen Roman, einen neuen von Anfang bis zum Ende, sondern eine Serie, dann funktioniert das auch viel besser und dann hat es großen Spaß gemacht. Und ich fand dann faszinierend, dass dieses Format der Serie. Das hing auch damit zusammen, dass halt den Zeitungen regelmäßig erschienen ist, dass das dann irgendwann so ganz weggebrochen ist, oder jetzt würde man ja so Serien, das wäre dann viel mehr Pulp gewesen im 20. Jahrhundert, während halt im 19. Jahrhundert, als es den Roman an sich ja auch noch nicht so gab. Ich bin jetzt leider nicht sehr gut eingearbeitet in Literaturwissenschaften. Also das kennen viele Kolleginnen sehr viel besser. Aber es ist faszinierend und ich finde auch inspirierend für die Gamestar, das zu beobachten, wie halt solche Verlagsformate sich verändert haben oder Publikationsformate. Und ich habe das Gefühl, dass bei Spielen oder ich habe die Hoffnung, dass da der Trend hin und wieder auch mehr zum Seriellen geht, weil das lässt sich viel angenehmer konsumieren, wenn man es so in Häppchen hat. Also ich mochte, dass ich. Ich liebe Computerspiele, die diesen Monolithen herunterbrechen in Kapitel. Und dann vielen Dank an alle Entwicklerinnen, die mir ein was bisher geschah nach jedem Kapitel auch geben. Weil wenn ich da mal vier Monate nicht dazu komme und dann wieder einsteigt, liebe ich das viel mehr.
Arno
00:56:03
Arno: Ja, das reicht schon, wenn das im Ladescreen ist. Da freue ich mich schon.
Eugen
00:56:07
Eugen: Ja, aber es muss halt gut sein. Es muss mir wirklich sagen, was habe ich jetzt in dieser, in dieser Welt erlebt? Also ich habe. Deswegen kämpfe ich jedes Mal mit Zelda Breath of the Wild, dass ich auch seit Jahren immer wieder versuche und dann halt liegen lasse für Monate und danach habe ich also so viele Story ist er ja nicht, aber danach habe ich keine Ahnung mehr, was wo ist auf dieser Welt. Also meine Geografie wurde dann einfach aus meinem Kurzzeitgedächtnis rausgeworfen wieder und hat Platz gemacht für andere ganz wichtige Informationen. Und da hätte ich gerne wieder etwas, was mich mehr rein bringt. Ist jetzt vielleicht ein schlechter Vergleich, das da rein zu nehmen, weil ich weiß nicht, wie man das gut seriell macht. Das muss ja auch recht linear dafür sein, damit das irgendwie machbar ist. Aber jedenfalls ist das fand ich dann eigentlich sehr spannend und auch sehr polit. Also Dickens. Ja, also man kann ihm auch. Man kann ihn natürlich sehr kritisieren, für viele Sachen auch, aber es waren viele Sachen, die ich sehr spannend fand. Unter anderem fand ich auch sehr interessant. Ihm wurde durchaus zu Recht Antisemitismus vorgeworfen mit seinen Figuren, den überzeichneten und in diesem Buch hat er ganz bewusst eine Gegenfigur dazugemacht. Also hat er versucht, das aufzunehmen und sich zu entschuldigen. Auch mit der Figur des Ray, der eine extrem, fast schon überzeichnet sympathische jüdische Figur ist. Das war das eine. Und apropos Politik An Orten, wo ich sie nicht vermute, wo ich sie überall. Eigentlich ist sie ja nicht richtig. Ich vermute es ja überall etwas anderes, was ich weitergeschaut habe mit meinem älteren Sohn vor allem als Columbo. Das ist für mich Wohlfühl Wohlfühl Wohlfühlserie. Er ist auch ein bisschen Kindheit und Halt vor Kindheit. Irgendwann hat mir meine Frau zu Weihnachten den gesamten Columbo geschenkt. Ich habe vor vielen Jahren und wir sind jetzt erst bei der achten Staffel nach vielen Jahren. Aber hin und wieder haben wir dann so Momente. Jetzt haben wir ein paar Folgen geschaut und ich liebe Columbo noch immer sehr.
Arno
00:57:59
Arno: Und wie viele Staffeln oder Folgen gibt es denn da?
Eugen
00:58:01
Eugen: Also Staffeln. So ist es. Ist ja. Eigentlich waren das ja immer kleiner Spielfilme und die wurden dann geblockt, produziert und deswegen hat man das nachher zu staffeln gemacht. Aber als sie veröffentlicht wurden, waren das keine Staffeln. Es sind, glaube ich, zwölf Staffeln und mit unterschiedlich vielen DVDs. Ich weiß nicht. Ich nehme an, über 100 Folgen wird es geben, aber das sind ja eineinhalb Stunden. Also das sind echte Spielfilme, deswegen arbeitet man da auch länger dran. Aber was ich noch sagen wollte, ist auch da. Also Columbo war für mich Wohlfühl und da dachte ich, das ist halt das, es. Es ist ja nicht das Ruder. Nicht, weil. Du weißt immer, wer es gemacht hat. Es geht nur darum. Wie legt Columbo den die Mörderin rein? Und dann habe ich aber gemerkt, dass das auch eine Serie ist, die super für Zeitgeschichte, weil die nehmen immer halt raus. Also es ist ja, die Geschichte ist grundsätzlich gleich, aber als Setting nehmen sie dann irgendetwas total Prägnantes für die Zeit. Ob das jetzt die das große Duell des sowjetischen und amerikanischen Schachprofis ist oder es gab eine Folge über Ich habe schon subliminal Publicity. Also diese Art, wo es kurz diese Angst gab, dass man Leute kontrollieren kann, indem man kurze TextEinblendungen für Millisekunden in Werbungen reingibt. Das kam einmal vor über einen, der das gemacht hat. Dann eine Folge wundervoll. Da geht es eigentlich um Simulmatics. Da geht es um die frühe Phase der Informatik und der Computersimulation und wie man die ganze Welt damit simulieren kann. Und das dann immer total überzeichnet, natürlich. Und jetzt gab es eine Folge. Wollte ich drehen? Ah ja, genau. Da gab es einen. Ganz absurd. Eine republikanische. Ein republikanischer Think Tank. Den Irgendwas Amerika Trust. Die WHO, der illegal, glaube ich, Waffengeschäfte gemacht wurden und sich eingemischt wurde in die Politik in Afrika und so, Das habe ich früher natürlich überhaupt nicht mitbekommen, dass das alles auch ganz, ganz arge politische Kommentare sind. Und das ist dann auch so, äh, ich habe mir das jetzt nicht genau gemerkt, aber dieser dieser Think Tank hat dann auch Historikerinnen und Politikwissenschaftlerinnen angestellt und da war so ein schöner Satz, wo irgendwie gesagt wurde History, also dass die angestellt werden, um Geschichte zu machen. Also das sind dann wirklich. Sehr prägnante Kommentare zu Zur Zeit und zur Gesellschaft.
Arno
01:00:22
Arno: Ja, hört sich total gut an, ich musste gerade auch daran denken. Ich habe in den letzten Monaten unter anderem High Potential und teilweise auch Pokerface heißt es, glaube ich gesehen. Und das sind beides Serien, die auch diese Columbo Formel aufgenommen haben und genau das gleiche machen. Ja, ja, genau. Also High Potential ist bei Disney und Pokerface gibt es glaube ich bei Amazon.
Eugen
01:00:51
Eugen: Okay, worum geht es da?
Arno
01:00:54
Arno: Also bei High Potential geht es um eine in der ersten Folge eine Putzfrau, die aber irgendwie einen IQ von ich glaube 150 oder so hat und dann nachts beim Putzen mal das dieses Chart berichtigt, was dann jemand da zu einem Mordfall hinterlassen hat. Und das fällt natürlich auf und sie wird dann darüber entlassen, aber eingestellt als Consultant um zukünftige Mordfälle zu lösen. Und es läuft immer wirklich nach Schema F ab. Also es gibt ganz viele Akteure, die es hätten gewesen sein können und dann hat sie aber den Mut, diesen Moment der Erleuchtung, weil sie ist ja so superschlau und am Ende löst sich dann alles auf. Aber auch da ist es wirklich genauso, auch mit diesen, mit diesen zeitgenössischen Kommentaren eben, was gerade passiert. Also wir hatten dann eine Folge zu Was war das? Ich glaube so Mikroplastik. Mir fällt dieser Fachbegriff dafür gerade nicht ein. Mikroplastik in Inhalatoren für Kindermedikament oder so und das war zum Beispiel eine Sache, aber da gab es auch wirklich unterschiedlichste Sachen. Das andere ist Pokerface. Das funktioniert eigentlich genauso. Da geht es um eine junge Frau auf der Flucht, nicht? Mir fällt gerade ein Natascha Lion heißt sie, glaube ich. Die Schauspielerin.
Eugen
01:02:19
Eugen: Das ist die aus. Wie heißt das? Matrjoschka. Russian Puppets.
Arno
01:02:23
Arno: Ja, genau. Und während sie auf der Flucht ist, weil sie irgendeinen. Ich glaube, Las Vegas. Irgendeinen Typen da. Ich weiß nicht mehr genau wie die. Das ist schon länger her, dass ich das gesehen habe. Ich wusste nicht, dass ich heute darüber sprechen werde. Sie hat jedenfalls den verärgert und muss vor dem fliehen. Und auf dieser Flucht kommt sie zufällig immer in solch kleine amerikanische Kleinstädte, wo dann zufällig dann auch immer genau was passiert. Und man sieht in jeder Folge erstmal was wie es passiert. Lustigerweise auch bei nicht wie es passiert. Aber was passiert? Man sieht nie wer es war und dann geht es dann quasi in den zwei Dritteln, die dann folgen darum wie Natascha bzw die die ehemalige Putzfrau in High Potential das dann auflösen und beides wirklich dieses Columbo hafte. Das ist total auffällig.
Eugen
01:03:18
Eugen: Das Formelhafte das wäre, das wäre noch etwas was Jetzt haben wir Fantastik und Science Fiction und eigentlich das Formelhafte des Krimis. Ich lese nämlich auch gerade oder ich fange gerade an, also ich habe jetzt sehr lange, ich nehme das als Überleitung zu etwas, was ich auch angefangen zu lesen. Natürlich habe ich das irgendwo bei der Hand. Ein schon etwas älteres Buch von einem marxistischen Sozialwissenschaftler, der sich Krimis angeschaut hat. Und ich versuche jetzt in der Kürze das zu finden. Genau. Delightful Murder, Social History of Crime Stories, glaube ich. Von Ernest Mandel Hardcore Histomat. Also da wird wird man auch kriegt man auf der ersten Seite gleich Marx zu lesen ist super spannend. Also das zeigt halt auch, der Mann geht auch jetzt gerade die Geschichte nach der Crime Story und schaut sich halt wirklich was ich liebe immer so longue duree an Entwicklungen und das halt auch so die, dass die Polizisten die Guten wurden. In der Literatur ist seiner Beobachtung nach ein Phänomen des 20. Jahrhunderts, also bei ihm auch sehr politisch aufgeladen, ganz klar mit Kapitalismus. Ich bin noch nicht sehr weit, deswegen kann ich noch nicht viel sagen, Aber es sind solche Beobachtungen. Und er hat angefangen mit. Also in der Frühphase wurden prinzipiell eher die Kriminellen, immer waren die Helden drinnen, also so klassisch Robin Hood und der der der ehrbare Freibeuter. Womit ich mich auch viel beschäftigt habe. Ähm, was? Und ich kriege es jetzt nicht ganz zusammen, aber er setzt es halt in Beziehung zu feudalen Systemen und kapitalistischen Systemen und wo man sich da befindet und wo sich die Literatur da befindet und was sie halt wiedergibt. Und das ist extrem spannend. Und es kommt ja auch daraus bei den Krimiserien und ich glaube, gerade die formelhaften Krimiserien bieten sich besonders für solche Zeitkritik auch immer an, weil du hast halt, du musst nicht viel Energie in die Formel investieren oder was passiert, das weißt du schon. Und das lieben auch alle, dass sie wissen, was passiert. Am Ende wird der Böse, die Böse gefasst, dass es niemand ist, schockiert dabei. Bei Columbo, sondern das Ganze. Du kannst dich viel mehr auf das ganze Drumherum konzentrieren.
Arno
01:05:19
Arno: Ja, das ist ja auch schon auffällig bei High, sowohl bei High Potential als auch bei Pokerface, dass auch die beiden Protagonistinnen eigentlich aus einer sozialen Situation herauskommen, die sozial sehr prekär ist. Eigentlich ein.
Eugen
01:05:41
Eugen: Guter Punkt.
Arno
01:05:43
Arno: Das ist bei Columbo sicher nicht der Fall, oder bei Mord ist ihr Hobby oder sowas?
Eugen
01:05:48
Eugen: Nein, Wobei auch da soziale Themen ganz oft reinkommen. Also Columbo ist schon wird viel mehr dargestellt, als obwohl er eigentlich eine Autoritätsfigur ist. Und er ist ja auch Lieutenant. Also er ist schon höher auf dem, ähm, in der Hierarchie, aber er ist immer näher am Blue Colour als am White Color. Er ist auch in diesen abgewetzten Trenchcoat und hat seinen Hintergrund aus den 60er Jahren. Und dann ermittelt er halt bei den Schönen und Reichen, wo dann immer der die, die, die quasi bis zur Hüfte im Blut, im Blut stecken.
Arno
01:06:22
Arno: Oder eine andere Serie wäre ja auch Lucifer zum Beispiel. Was hat zwar diesen Fantasy Einschlag, aber es ist ja auch diese Formelhafte Hut und das man in jeder Folge dann hat. Wobei der Lucifer eben dieses extrem elitäre dann an sich hat und dann aber eben im Kontrast mit den Fällen dann eben auch immer so eine soziale Verwerfung sichtbar wird, die auch das glaube ich, auch intendiert ist.
Eugen
01:06:49
Eugen: Ich finde es reizvoll, falls jemand zuhört und gerade etwas sucht für eine Dissertation oder Masterarbeit oder Bachelorarbeit, eine quantifizierende Studie von den Detektiven oder Ermittlerinnen und einfach sich nur ihr soziales Milieu, ihren sozialen Hintergrund anschauen also. Oder ihre Klasse. Sagen wir einfach mal Klasse, Wo kommen Sie her? Weil natürlich gibt es auch immer die Elitären. Bei ist die eine eine von den großen britischen Krimiautorinnen. Die lese ich auch sehr gerne. Dorothy Sayers Die hat ja einen Helden. Der ist so der klassische, reiche Gentleman, der einfach nichts zu tun hat. Extrem nett. Ich habe seinen Namen wieder vergessen, aber ich mag ihn sehr. Aber der ist halt mehr so auch ein bisschen wie der Sherlock Holmes. Obwohl Sherlock Holmes ja nie rauskommt, wie reich er ist. Aber der hat auch eher den Habitus des Gentleman, der eigentlich nicht arbeiten muss, sondern halt jetzt einfach ein bisschen in der Freizeit ermittelt. Und dann gibt es aber halt die in den Hard boiled Büchern, also im Amerikanischen, die sind dann eher eher aus den unteren Schichten. Ich kann es eben nicht sagen. Ich hätte jetzt gerne einfach die Studie vielleicht machen oder das gibt es schon.
Arno
01:07:57
Arno: Ja, der klassische Detektiv bei Hardboiled ist ja der Säufer, der dessen Detektei eigentlich kurz vorm Abnippeln ist, oder?
Eugen
01:08:05
Eugen: Genau. Und der auch immer ein bisschen bis bis zum Kinn in Krediten steckt.
Arno
01:08:11
Arno: Und.
Eugen
01:08:11
Eugen: Abhängig ist von anderen. Also ich bin ja, ich habe geliebt. Als ich so 20 war, habe ich alle Bücher von Raymond Chandler innerhalb von einem halben Jahr verschlungen. Und ich liebe seine Sprache. Das könnte ich ja einfach mal wieder versuchen. Ob ich das jetzt noch so gut lesen kann, wie ich ihn jetzt finde? Gut, aber wir verirren uns. Gibt. Ich überlege noch kurz. Gibt es sonst noch etwas, was ich gelesen gesehen habe?
Arno
01:08:32
Arno: Gespielt Jetzt sind auch schon bei 70 Minuten.
Eugen
01:08:36
Eugen: Wir sind bei 70 Minuten. Ja, gut. Wir wollen ja noch 20 Minuten. Nein. Ähm, doch ein Buch. Weil das auch so ein Thema, das mich beschäftigt. Ich habe gelesen vom Oh Gott, jetzt ist die Liste wieder weg. Ich arbeite mich ein in die Geschichte des Computers, bin noch immer fasziniert, dass es gar nicht so viel dazu gibt. Ich habe jetzt doch 567 Bücher, internationale auch und habe zuletzt gelesen von und ich finde ihn jetzt nicht ähm, ich glaube Paul Cerutti, also italienischer Nachname, aber Amerikaner? Ich habe keine Ahnung, wie er dann ausgesprochen wird. Wäre es auf Italienisch. Der zu Computern was geschrieben hat. Ich habe leider nur die deutsche Übersetzung gekriegt, die leider ein bisschen fehlerhaft ist. Stellenweise. Ähm, also ich glaube, da war nicht so viel Geld im Verlag dafür da. Aber ich finde es faszinierend. Vor allem im Vergleich von mehreren Geschichten über Computer, worauf immer fokussiert wird. Also ich habe viel gelernt jetzt. Das ist, glaube ich, schon sehr wichtig über Ich weiß jetzt endlich, was ein Transistor ist und warum das wichtig ist, was integrierte Schaltkreise sind. Ganz genau könnte ich es nicht erklären, aber ich verstehe viel mehr. Das war schon wichtig. Aber es ist schon ein totaler Fokus auf allein die Technikgeschichte. Es ist und da ist auch immer dieser Glaube da, der ja auch jetzt noch bei den Techpros und bei Entwicklern verbreitet ist, dass man einfach nur entwickelt, was möglich ist, weil es möglich wird. Und als ob das wirklich so eine Teleologie ist, das muss dann kommen und es wird ganz selten hinterfragt, Warum wurde überhaupt das da entwickelt? Warum ist man der Frage nachgegangen? Da gibt es aber ein gutes Buch von Google, die, wie ich glaube, wie die Welt in den Computer kam oder wie der Computer in die Welt kam. Der macht das. Aber das einzige Buch, das ich bisher gelesen habe, der, der diese interessanten Fragen darstellt. Also da. Aber ich habe noch ein paar Bücher vor mir. Vielleicht kann ich da noch etwas anderes empfehlen. Dann später. Und lass uns diesen Moment nehmen, um weiterzugehen, in unsere Struktur und zur Antragserotik zu kommen.
Arno
01:10:30
Arno: Uh, Antragserotik.
Eugen
01:10:34
Eugen: Worüber wollen wir heute? Worüber wollen wir heute antragserotisieren?
Arno
01:10:40
Arno: Wir. Besser gesagt, ich habe dir am Wochenende eine Nachricht in unseren Dings reingesetzt. In unseren Discord. So ein auch Dings genannt und meinte lass uns doch zu Math Science ein Buch machen. Einfach mit dem Hintergrund, dass ich ja am 25. diesen Monats in Luxemburg zu dem Thema einen Vortrag halte und da gerade sehr sehr viel zu recherchieren nochmal, obwohl wir ja auch schon beide gemeinsam einen Text dazu geschrieben haben. Du hast auch sowieso schon weiter dazu publiziert.
Eugen
01:11:13
Eugen: Und du hast vorher schon dazu publiziert?
Arno
01:11:16
Arno: Ja, genau. Also wir sind beide eigentlich recht firm in dem Thema, aber ich muss mich eben jetzt auch noch mal eigentlich komplett neu einarbeiten, weil es schon sehr lange her ist, dass ich dazu gearbeitet hatte und hatte den Eindruck, da lässt sich sehr viel, sehr viel Cooles dazu schreiben auf sehr vielen Ebenen. Da kriegen wir doch locker. Ich habe gesagt 80. Du hast gesagt, 120 Seiten hin für so ein Buch.
Eugen
01:11:45
Eugen: Ich tendiere zum Schwafeln oder Schwafeln nicht, aber ich tendiere dann zum Ausgreifen. Noch ein Buch. Was für eine großartige Idee, denken sich die Hörerinnen.
Arno
01:11:52
Arno: Neben dem.
Eugen
01:11:53
Eugen: Eine Buch schon über zwei Jahre brauchte Oder drei? Und ich habe noch gar nicht erwähnt, dass ich noch zwei andere Buchprojekte habe. Aber ich glaube, ich glaube, es ist nicht unrealistisch. Es ist nur die Form des Arbeitens, wenn man sie mal gelernt haben und vor allem aber auch, dass den Scope also wie du schon sagst, ich finde 80 Seiten eigentlich auch gut. Es ist ja die Herausforderung ist jetzt, wichtige Informationen zusammenzufassen und zu kürzen und nicht zu zeigen, was man alles weiß und was man alles gelesen hat, sondern das wäre ja auch ein Buch. Das wäre jetzt nicht was weiß ich, ein Handbuch für Forscherinnen, sondern das wäre ein böses Wort Populärwissenschaft oder ein allgemein lesbares.
Arno
01:12:32
Arno: Essayistisch.
Eugen
01:12:33
Eugen: Essayistisch. Ja, ich finde, das ist ja, es ist ja ein hehres Ziel das, was wir in der Forschung machen und in unseren Papers schreiben, wo dann teilweise 1/3 der Seite Fußnoten sind, auch so zu schreiben, dass es Leute lesen wollen und dass wir die Inhalte oder die Erkenntnisse irgendwie kommunizieren können. Und das Ding ist ich glaube, ich finde die Idee super und sobald ich weiß nicht. Vielleicht sollten wir auch schon simultan damit anfangen, weil wir haben sehr viel. Also ich glaube, wir sollten als erstes anfangen zu überlegen, was haben wir schon publiziert? Das gegenseitige noch mal lesen. Struktur, glaube ich, geht auch schnell. Also es wäre so ein bisschen was, wie ich es mir. Also, ich stelle es mir so vor und du sagst mir dann deine Vorstellungen. Das ist halt ein bisschen darum geht zu zeigen, dass diese Figur oder dieser Mythos halt schon lange da ist. Also ein historischer Rückblick. Auch das haben wir beide schon öfter gemacht. Dann halt es wirklich auch in digitalen Spielen anzuschauen, das ist halt unser Metier. Und dann der spannende Teil, Wozu ich noch nicht so viel geschrieben habe, ist ja was. Was bedeutet dieser Mythos? Also da ist ja ein zeitpolitisches Kommentar, der hat ja eine Funktion, Dieser Mythos und diese Funktion ist ja nicht nur böse und plump, sondern die macht ja Sinn, vor allem jetzt. Ich weiß nicht, der, der sich ihm in der Literatur ist dann immer die Angst da, dass die Wissenschaftlerinnen wobei es sind meistens Männer, wenn man sie nicht kontrolliert, ja jeden Unsinn machen würden. Aber es gibt ja die Beispiele. Es gibt ja die Medizin im Nationalsozialismus, es gibt die Erfinder der Atombombe, es gibt jetzt halt Die Entwickler von künstlicher Intelligenz bzw Large Language Models, wo auch? Also ich denke da hätte ein bisschen Kontrolle oder ein bisschen mehr. Kontrolle von Anfang an nicht geschadet, bevor man einfach macht was geht.
Arno
01:14:26
Arno: Ja, ja, in dem Zusammenhang finde ich, weil ich eben gerade recherchiere, auch spannend, dass ich auch jetzt ein paar Mal auch die Feststellung getroffen gefunden habe, dass der Mad Scientists eigentlich so seine Hochzeit in den 50er 60er Jahre hat. In diesen Science Fiction Movies, wo es dann um Atomkraft und sowas geht und danach ist eigentlich ein Decline gibt. Also es wird anteilig sozusagen am Gesamtausboot in den jeweiligen Genres oder was auch immer nimmt die die Idee des Mad Scientists zumindest eine Zeit lang ab. Ich würde aber im Moment sagen. Allein schon, also gerade zumindest, wenn man Science und Technology zusammendenkt, dass es da in den letzten Jahren doch ein sehr massives AB wieder gibt, ein Aufsteigen dieser Thematiken und dass das ja auch ja daran messbar ist, dass auch die Öffentlichkeit die Risiken eben, wie du sagst, zum Beispiel im Kontext von KI oder so oder Genetik oder was auch immer diese Risiken sehr viel stärker wahrnimmt. Also das heißt ja, also die Popkultur hat ja eine andere Funktion als ein Wissenschaftsjournalismus, kann da zuspitzen, kann übertreiben und eben auf die Art auf ethische Problemlagen hinweisen. Und ich habe mein Gefühl sagt mir, dass auch in Spielen, dass sehr, sehr viel stärker mittlerweile wieder der Fall ist, als es beispielsweise vor 20 Jahren war.
Eugen
01:16:02
Eugen: Ich würde dir da Recht geben. Es ist natürlich dadurch, dass wir uns darauf fokussieren, ist es schwer, den Überblick zu bewahren. Aber wir tun uns nicht schwer, Beispiele zu finden. Ist ja schon so 111 Zeichen dafür, dass es einfach sehr, sehr leicht möglich ist, mittlerweile diese Figuren zu finden. Also in Computerspielen auf jeden Fall, aber auch mittlerweile wieder in Serien und Filmen. Die Figur hat sich verändert. Das ist auch interessant, das nachzuvollziehen. Du hast schon gesagt, in den 50er Jahren gab es einen ab. Ja, das war auch, also da waren es fast immer Kernphysiker. Davor waren es Chemiker und Mediziner. Wenn man da zu Dr. Jekyll weitergeht und Dr. Frankenstein und Cannabis zu Faust vorgehen und dann kann man eigentlich von Faust den Schritt noch in die Antike machen mit der Büchse der Pandora. Geschichtswissenschaft macht schon sehr viel Spaß. Man findet nie den Anfang, man kann immer weiter graben. Und jetzt sind es halt, sind es. Teilweise waren es in Computerspielen. Also das letzte Mal, als ich es untersucht habe, waren es Quantenphysiker, vor allem aber auch Stammzellenforschung. Also Bioshock ist ganz klar Stammzellenforschung, was ja auch ein großes Thema war. Und dann bemerkt man auch Stammzellenforschung wurde ja debattiert, auch in der Politik, im Parlament. Wie weit darf das gehen? Da gab es auch wieder mal den Unterschied, was Europa gut findet und was die USA und teilweise Großbritannien gut finden. Ähm, mich ärgert dann immer ein bisschen, Die USA tun so oder die Forschung tut so, als ob man alles erlauben sollte. In Wirklichkeit profitieren sie dann davon, dass das Korrektiv Europa da ist, das sich dann drum kümmert, dass nicht der ärgste Unsinn passiert. Also es ist ein bisschen die Good Cop bad Cop Geschichte und Sie dürfen immer die good cop sein, weil man darf alles machen und wir kümmern uns drum, dass man da nicht den größten Unsinn macht.
Arno
01:17:46
Arno: Solange man zumindest forschen darf noch in den USA.
Eugen
01:17:49
Eugen: Ja, ja, das ist ja. Das Lustige ist, es wird ja immer so getan, als ob man in Europa nicht alles dürfte. Aber die Forschung zumindest ist in Europa im Augenblick um einiges freier als in den USA.
Arno
01:18:01
Arno: Ja.
Eugen
01:18:03
Eugen: Genau.
Arno
01:18:03
Arno: Also das war auch zu erwarten, dass das noch krasser wird.
Eugen
01:18:06
Eugen: Wir tun uns nicht schwer, über das Thema zu reden. Deswegen denke ich mir auch sollte man wirklich überlegen. Ich frage mich auch, ob wir es nicht einfach. Also jetzt gerade die zwei Wochen sind sehr voll, aber ob wir es dann nicht so auch einfach als kleines Hobby mitnehmen und einfach mal anfangen und schauen. Wir haben natürlich noch keinen Verlag, noch keine Interessenten, aber ich denke mir, da findet man schon etwas für ein kleines Buch und ich.
Arno
01:18:26
Arno: Habe einen Wunschverlag.
Eugen
01:18:29
Eugen: Wunschverlag.
Arno
01:18:31
Arno: Also ich bin ja großer Fan von von Georg Seeßlen und der hat, der hat mindestens ein Buch geschrieben für den für Matthes und Seitz Berlin, für den Verlag.
Eugen
01:18:48
Eugen: Nice! Ja, dann fragt mal an!
Arno
01:18:50
Arno: Das ist eigentlich genau, dass dieses Buch, zumindest was wir hier eigentlich auch vorhaben, nämlich in dem Fall ein Buch. Langer Essay über posthumane Zombies, Botox, Monster und andere Über und Unterlebensformen in Life Science und Pulp Fiction.
Eugen
01:19:08
Eugen: Du zitierst gerade den Buchtitel von Seeßlen.
Arno
01:19:10
Arno: Den Untertitel.
Eugen
01:19:11
Eugen: Den Untertitel Ist das grandios? Was ist der Titel.
Arno
01:19:14
Arno: Der Wir Untote.
Eugen
01:19:16
Eugen: Warum kenne ich das noch gar nicht? Dabei liebe ich es auch, Seeßlen zu lesen. Und du hast vollkommen recht, ich habe wieder nicht dran gedacht. Der ist ein bisschen so das Vorbild dafür. Ja, also nicht ganz so, Ich glaube ein bisschen mehr an unseren Wissenschaften aus unseren Wissenschaften heraus, glaube ich in unserem Fall. Aber in diese Richtung, und der hat auch ein irrsinnig gutes Gespür, finde ich, immer für Themen. Also bei Du hast ihn jetzt wieder irgendwo zitiert bei zu Computerspielen und das ist ein Text aus den 80er Jahren gewesen von ihm, wenn ich das richtig in Erinnerung habe.
Arno
01:19:48
Arno: Ja, und was ich jetzt noch zitiert hatte, genau in unserer Monografie, die wir vorhin schon erwähnt haben, habe ich ihn aus den 80er Jahren zitiert und ich hatte jetzt bei BlueSky etwas von ihm gepostet, und zwar aus seinem Text zu Science Scientists, den du auch gelesen hast.
Eugen
01:20:07
Eugen: Den habe ich auch viel zitiert. Genau. Danke.
Arno
01:20:10
Arno: Und da hat er auch die. Zum Beispiel unsere heute. Also der Text ist von 1999 und er hat ja 26 Jahre später ist dieser. Diese Gedanken über Medien, Medienformen, Medienökonomien usw ist eigentlich aktueller denn je. Und das finde ich schon faszinierend, wenn jemand eben dieses Gespür hat und auch die Fähigkeit, Gedanken so zu formulieren, dass sie in gewisser Weise auch so zeitlos werden, dass man heute das liest und denkt Boah, das trifft es eigentlich genau auf den Punkt.
Eugen
01:20:46
Eugen: Das ist ja so ein bisschen auch das Ziel, finde ich von mir und ich hoffe auch von uns beiden, dass wir Texte schreiben, die nicht nur jetzt gerade Sinn machen, sondern auch Beobachtungen und Erklärungen bieten für etwas Zeitloses.
Arno
01:20:59
Arno: Weißt du, wo mir das passiert ist? Bei unserem wiederum bei unserer Monografie. Als ich die Fallstudien jetzt angefangen habe zu lesen, dachte immer, wenn ich da das Gefühl habe, Oh, ist ja eigentlich ganz gut, was wir da geschrieben haben, merke ich, weil der, weil der Text ja auch nicht mehr. Also in unserem akademischen Alltag ganz taufrisch ist, sondern jetzt. Teilweise sind die Fallstudien dann schon drei, vier Jahre alt. Dann merke ich okay, der funktioniert immer noch. Das ist ein sehr gutes Zeichen.
Eugen
01:21:27
Eugen: Das ist gut. Ich mag auch diesen Moment, den Moment, wo man sich selbst positiv überrascht.
Arno
01:21:35
Arno: Ja, man kann sich ja auch mal selber loben, finde ich. Aber in dem Moment, was uns beide genau.
Eugen
01:21:43
Eugen: Na ja, sollen wir? Ich meine, also, die Idee steht ja, wir nähern uns den 90 Minuten auch. Ich frage mich auch gerade sehr viel mehr zu erzählen gibt es nicht jetzt über mehr Science? Man könnte noch einmal sagen Ich habe von dir gelernt, nicht mehr Mad Scientist zu sagen, sondern mehr Science, um einfach das Phänomen ein bisschen globaler zu greifen. Was ich sehr gut finde, weil es geht gar nicht so sehr um die Einzelperson. Das wird sonst beim Mad Scientist wird, besteht die Gefahr, dass man dann denkt ja, das sind einzelne Schicksale, sondern es geht ja wirklich um die Gefahr der Wissenschaft an sich. Und dieses Spannungsfeld, dass das, dass ich jetzt noch weiter rede, also dieses Spannungsfeld zwischen Freiheit der Wissenschaft und sie muss alles dürfen, aber soll sie doch alles dürfen. Also muss oder muss man die Auswirkungen, die wir heißt das ist ja auch ein eigenes Forschungsfeld die Forschungsfolgen, Wissenschaftsfolgen. Also dass man.
Arno
01:22:39
Arno: Sich.
Eugen
01:22:39
Eugen: Mit den Folgen Technikfolgen. Danke, dass man sich damit halt rechtzeitig auseinandersetzt.
Arno
01:22:44
Arno: Also das ist ja auch vielleicht zumindest meine persönliche große These, dass es hier wirklich auch diesen Shift von dieser Figur, von dieser Einzelfigur des Wissenschaftlers, der dann also männlich, der dann in seinem Keller sitzt, ganz abgeschlossen von der Umwelt, die unethischen Experimente macht und dadurch Katastrophen auslöst, die auf sich auch da auf die Gesellschaft auswirken. Dass sich das hinbewegt eben zu diesem Systemischen, also eben vom Scientist zu Science, und dass hier ganze Gesellschaftssysteme inklusive ihres Einflusses auf andere Systeme wiederum dahin hinbewegt. Und ja, man sieht das dann eben, wenn dann so ganze Level in Spielen dann eben eigentlich nur Wissenschafts Settings zumindest haben. Also es wird ja, es ist nur ganz selten gelebte Wissenschaft ins Spiel, aber man hat immer diese diese Umgebungen, die eben das implizieren soll. Hier ist Wissenschaft geschehen und deswegen ist diese Welt, in der wir uns gerade bewegen, salopp gesprochen am Arsch.
Eugen
01:23:54
Eugen: Genau das ist es also. Es wird ja immer übersetzt. Es wird ja immer etwas erzählt und es muss übersetzt werden. Und es muss in den Medien auch Sinn machen. Das wird dann nicht über den Alltag eines Quantenphysikers, einer Quantenphysikerin geredet, wo sie einfach vor dem Computer sitzen und wahrscheinlich Texte lesen und Daten auswerten, sondern es muss ein Gerät da sein, das Ping macht, was glaube ich, erstaunlich selten im Einsatz ist in der Quantenphysik. Wobei, ich kann es nicht sagen. Also ich habe einen Freund, der Quantenphysiker ist und selten verstehe ich, was er mir erklärt. Also Aber eben für Menschen wie mich muss das dann übersetzt werden in einer Art und Weise, die ich verstehe. Und in Spielen ist es ja auch so wenn der Mad Scientist dann böse wird, muss ich auch zum Gegner werden. Das ist noch mal eine Herausforderung bei gerade bei Physikern und Chemikern, die nicht so bedrohlich aussehen. Also die werden dann halt entweder in einen Roboteranzug gesteckt oder mutieren wie ein Resident Evil, weil sich die den eigenen Virus einimpfen. Das verzerrt natürlich, Aber es ist auch einfach. Man muss es als eine Sprache verstehen, die halt übersetzt wird, damit diese Bedrohung gut kommuniziert werden kann. Das ist auch sehr interessant zu beobachten, wie das passiert und wie das dann wiederum den Inhalt verändern kann.
Arno
01:25:08
Arno: Ich glaube, das wird auch ein ganz wichtiger Teil für das Buch. Einfach auch diesen Wechsel von diesem abgeschlossenen Figurenraum, der, den du dann eben in den Verliesen und und Labs dann hast, hin zu diesem wirklich offenen und vielleicht auch sogar vernetzten, was man ja nicht nur an Computerspielen hat, sondern auch woanders sieht.
Eugen
01:25:30
Eugen: Wollen wir das als Schlusspunkt nehmen?
Arno
01:25:33
Arno: Ja.
Eugen
01:25:34
Eugen: Sehr gut.
Arno
01:25:35
Arno: Ich darf ja nicht mehr Ja sagen.
Eugen
01:25:37
Eugen: Du, du darfst Ja sagen. Ich, ich. Ich habe zu oft Ja gesagt. Du darfst, Du hast noch an, an eine sagt man ein Potenzial für ja sagen wir noch 20 Jahre in den nächsten Podcast und dann dann reduzieren wir bei dir. So ich ich nutze kurz die Gelegenheit. Ich habe das Gefühl, dass ich heute wieder nichts dazugelernt habe und von meinem Mikrofon immer weggeschwenkt bin. Ich muss an mein Setting glaube ich, demnächst mal noch arbeiten. Ich bin sehr gespannt, wie die Tonqualität wird. Ich hoffe halbwegs erträglich, weil das Gespräch fand ich super. Es hat sehr viel Spaß gemacht, mit dir darüber zu reden und ich freue mich auf auf das gemeinsame Buch, auf die gemeinsamen Bücher. Ich freue mich auch schon sehr auf unser gemeinsames Horrorgamepolitics Buch. Ich habe wirklich die Hoffnung, dass es bis dass es in diesem Jahr von unserer Seite aus fertig wird, damit es dann entweder dieses Jahr noch oder nächstes Jahr erscheinen kann. Weil das ist auch wichtig, irgendwie diesen Lebensabschnitt des vergangenen Projektes da gut abzuschließen und und gleichzeitig Mad Science Ja, also wenn es nichts mehr zu sagen gibt. Vielen Dank dir, Arno. Es ist eine große Freude, dass wir das jetzt monatlich machen. Vielen Dank unbekannterweise. Danke sehr und vielen Dank auch an unsere Hörerinnen. Ich habe gar keine Ahnung, wie viel wir hören. Ich hoffe, es wird ein bisschen mehr. Hier auch der Aufruf Macht doch ein bisschen Werbung für uns, wenn ihr es wollt. Und sonst? Wir sehen einander nächste Woche. Arno auch in Person. Und wir hören einander im nächsten Monat für den Podcast.
Arno
01:27:06
Arno: Nächste Woche. Erstmal Ausdruckstanz mit Eugen und Arno.
Eugen
01:27:09
Eugen: Genau, Wir tanzen. Die Performanz tanzt die Performanz. Arno Vielen Dank Und und ciao.
Arno
01:27:17
Arno: Tschüss!